Ethisch versorgen: Plastik und Digitalisierung

Ethische Versorgung von Menschen, ob nun medizinisch oder pflegerisch, fängt nicht erst beim Zwischenmenschlichen von Pflege und Bewohner/Patient an. Für mich setzt das Problem bereits da an, wo es um das verwendete Material geht. Zwei Probleme sind für mich dabei wesentlich.

Plastik:

Noch ist es nicht allzu lange her, da waren Spritzen aus Glas, der Konus aus Metall. Aus Metall waren auch die Instrumente, die in Metallboxen (Containern) gelagert und sterilisiert wurden. Ja, das war nervig. Dann wurden die meisten Sterns outgesourct. Und schwer in Mode kamen Einmalartikel. Wo sie sinnvoll sind, wenn es die unmittelbar Hygiene berührt: kein Problem. Niemand möchte heute wieder Gummihandschuhe auskochen. Keine Frage. Aber müssen all die Plastikspritzen, Umverpackungen, Tabletts, Einmalartikel, Folien, Tropfenbecher, Pinzetten, Boxen, Essenstabletts, IKM, Umverpackungen der Inhalte, Blinder wirklich sein? Muss Nacl wirklich in einer Plastikampulle angereicht werden? Infusionen? Warum nicht weiter Glas?

Privat achten viele auf die Verpackungen. Mikroplastik, das ins Meer geleitet wird oder kommt, verdreckt die Meere. Soweit als nur möglich, kaufen viele aus Verantwortung das, was ihnen sinnvoll erscheint und verzichten weitgehend darauf. Aber der Müll, der in Kliniken und Pflegeheimen anfällt, der eh schon problematisch ist und von Krankenhausentsorgungsgesellschaften int-sorgt werden muss, über den machen wir uns nur aus Kostengründen Gedanken. Billig muss es sein. Die Zeche zahlen vielleicht nicht wir, nicht die Klinikbetreiber, aber doch die Umwelt und die nächsten Generationen. Wie ethisch kann das sein? Wieviel Zerstörung ist denn eine Versorgung wert, die die Zerstörung auf andere Teile der Welt verlagert?

Der nächste Heilige Gral scheint die Digitalisierung zu sein. Angeblich verspricht sie Entlastung. Zuerst einmal ist Digitalisierung meines Erachtens nur wieder eine pseudosoziale Handlung. Was Digitalisierung angeht, und die vielen Versprechen, papierlose Kliniken zu errichten, hat sich das bis heute nicht wirklich durchgesetzt. Zudem ist Digitalisierung schwierig, weil sie Ressourcen benötigt. In Form von seltenen Metallen, deren Abbau die Umwelt nachhaltig zerstört und unter ausbeuterischen Bedingungen durchgeführt wird. Der Computer, das Gerät, das angeblich hilft, interpersonell Beziehungsarbeit zu leisten (ich weiss nicht hört man den Sarkasmus raus?), wird gebaut, indem die Umwelt zerstört wird. Nö, das ist es mir persönlich nicht wert. Mit keinem Wort gehen die Symposien darauf ein. Als würde uns das alles nichts angehen. Es steht auch niemand auf, und fragt diese Fragen. Obwohl klar ist, dass das Recycling noch gar nicht soweit ist. Als würde uns der Rest der Welt nichts angehen. Nein, meine Bedingungen an Ethik bedient das keinesfalls.

Es bedient auch meine Bedingen an Dasein, Zeit haben, pflegen nicht, mit irgendeinem Gerät vor der Nase rumzurennen. Das ist nämlich nur eine weitere Barriere. Und abgehetzt irgendwas abhaken, das lässt mich in der Kürze der Zeit eh nicht reflektieren, was zu tun ist. Wieder Standards, wieder abhaken. So war das nicht gedacht.

Auch und an erster Stelle da, muss ein Umdenken stattfinden. Und da waren wir noch nicht bei der Qualität von Essen, Getränken, Waschmitteln, Chemiezeug, Desinfektion… das alles, richtig ausgeführt und unter nachhaltigen Bedingungen, kostet nämlich Personal. Und das scheut die Klinik, wie der Teufel das Weihwasser. Ich persönlich sehe aber gar nicht ein, die Kosten für medizinische Versorgung bei den Nachfolgegenerationen abzuladen, weil der eine oder andere Aktienkonzern meine Sorgen nicht teilt. Wozu auch?

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