Und nun mit geballter Power! Pflegetsunami- das Buch!

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Manche von Euch wissen es vielleicht- vielleicht auch nicht – aber ich kann auch ohne Rant schreiben, Sachzusammenhänge denken und formulieren.

Und ich befinde, dass es jetzt Zeit war.

Zeit für dieses Buch! Zeit, Menschen zu erklären, woran es hapert, dass Pflege nicht waschen ist und was man ihnen hier vorenthält.

Zeit, Lösungen aufzuzeigen. Zeit, deutlich zu werden. Zeit, ohne große Emotion den Finger in die Wunde zu legen.

Manche von Euch haben sich das gewünscht. Ich bin froh, dass der Verlag mich so toll unterstützt hat.

Wer heute nicht lesen mag: hier ein Fitzelchen Trailer .. der aber nur ein winziger Sneakpeak in ein komplexes Buch ist, das keine Tabus kennt, unbequem ist und nichts mit Herziherz zu tun hat.

Das mit den Augen 👀 üb ich noch!

Zum Sterben schnell ins Heim?

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In meinen Kommentaren fand sich dieser.

Es geht um die Frage, ob derzeit zum Sterben schnell ins Heim abgeschoben wird.

Wie sind Eure Erfahrungen derzeit?

Liebe Monja, liebe Mitleser. Ich arbeite in der Altenpflege und habe quasi life eine ernstgemeinte Frage an alle aus der Krankenpflege und der Altenpflege. Bitte löschen, Monja, wenn es gar nicht passt, Du hast einfach eine größere Reichweite als ich und bei mir im Blog passt es nicht. Wie mein Name vielleicht erahnen lässt, kann ich leider nicht sagen, wo genau ich wohne, nur: In der AP im Umkreis wird die Empörung immer lauter und kommt aus mehreren Ecken – und es nimmt beängstigende Ausmaße an. Und ich bin neugierig: ich möchte wissen, ob das ein lokales Phänomen ist, was hier passiert. Es geht um Folgendes: Die Altenpflegeheime bekommen seit Wochen täglich deutlich mehr Anfragen zur Kurzzeitpflege von den sozialen Diensten der Krankenhäuser als normal : Pflegegrad beantragt, laut Arztbrief erstmal 2, aber laut Einstufung mindestens 4, guter AZ bis auf Z.n. Irgendwas , bissle dement eventuell, Langzeitpflege angestrebt … Alltag ohne viel Aufwand, wenn´s denn stimmen würde; von MRSE,VRE und andren Nettigkeiten, die eine Unterbringung in einem Einzelzimmer zwingend notwendig machen ist gar keine Rede mehr – erst wenn die zukünftigen Bewohner schon in der Tür stehen, fällt das Mal so nebenbei, aber das „wär doch kein Problem“ …. ööhm … die meisten Pflegeeinrichtungen haben zumindest bis 2027 noch Doppelzimmer – – – – – – Und ab jetzt liest bitte nur jemand weiter, der wirklich und tatsächlich NICHT den Moralaposten spielen will, politisch einen raushauen will oder anderweitig keine Ahnung hat, von was er spricht, sondern AUSSCHLIEßLICH Personal, das direkt am Bett steht und mir sagen kann, ob es auch in der KP neue Anweisungen gibt, von denen kaum jemand weiß, der nicht täglich damit konfrontiert wird!!!! Los geht´s, Beispiele der letzten Wochen, die nur die Spitze des Eisbergs sind und sich mehren: Da kommt ein vitaler Mensch, PG 3 ( laut Arztbrief so angekündigt ) mit einem HB von 6,5 und bekannter Anämie bei uns an, der war kurz darauf nicht mehr ansprechbar, weil wir so lange mit dem Taxifahrer und der Polizei diskutieren mussten, dass wir diesen Menschen in dem Zustand auf gar keinen Fall aufnehmen und dass der Mann sofort wieder ins Krankenhaus gehört – wobei uns scheißegal ist, wer den Transport zahlt. Nett war auch die Dame, deren Extremititäten bereits zu marmorieren begannen, die in einem Krankentransport ( sitzend !!!!) gebracht wurde, die haben wir auch postwendend wieder zurück geschickt. Und die Angehörigen über den bevorstehenden Tod informiert. Ganz klasse war der angebliche Arzt, der mich ernsthaft darüber belehren wollte, dass bei einem Patienten 5 Tage nach Feststellung von Covid der folgende PCR Test eh nicht mehr aussagekräftig wäre und der wegen Long Covid auch nie wieder negativ würde und dass eine Isolation folglich nicht nötig wäre ( … der Patient verstarb 2 Nächte später im KH, berichteten die Angehörigen ). Und der „Arzt“ konnte überhaupt nicht verstehen, dass hier das Gesundheitsamt klare Regelungen getroffen hat: Aufnahme zur KZP mit positivem PCR Test ist untersagt. Punkt. Bewohner, die von Euch kommen, sind momentan gefühlt echt sehr selten Dauergäste und das liegt nicht in der KZP begründet, sondern die werden alle raus getragen. Arztbrief und Wirklichkeit klaffen immer weiter auseinander; Angehörige lügen, dass sich die Balken biegen, nur um einen Platz zu ergattern und bieten zum Teil „Spenden gegen Platz“ an. Ein Arzt war wenigstens so anständig, die Hinlauftendenz und Fremdaggression vor der Neuaufnahme mit Rat zur Unterbringung zu erwähnen, was derzeit überhaupt nicht mehr selbstverständlich ist – wir sind ein offenes Haus, ohne diesen Hinweis hätten wir ein richtiges Problem bekommen – na danke. Steinerweichend die Ehefrau, die sagte, wir könnten ihren Mann auch in den Keller stellen, es würd reichen, wenn ab und zu mal jemand guckt, aber er müsse schnell aus dem KH und sie könne ihn nicht pflegen, Deku Grad 4, Taschenbildung, nekrotisch an den Rändern. Kein Wort mehr von palliativ in den Arztbriefen – und wir „dürfen“ seit Wochen so oft den Bestatter rufen, so oft kurz nach Heimeinzug den neuen Bewohner wieder zurück ins Krankenhaus schicken, wo er/sie dann verstirbt ………..von den Angehörigen, deren Verwandte seit Jahren in einer Einrichtung leben, gar nicht zu reden, die sich wegen der hohen Fluktuationsrate richtig Sorgen machen – wenn ich die Zeit, die ich derzeit ( befeuert durch die Medien ) damit verbringen muss, unsre Schutzmassnahmen zu erklären, nur einmal für die Bewohner übrig hätte – man, was hätten wir dann ne coole Besetzung! Wie oft kommen die Leute Freitags nachmittags aus dem KH und haben nicht mal Medis für 3 Tage mit und auch keine Rezepte? Klar, ihr vom KH seid nicht dazu verpfichtet … aber die Heime haben keine Ärzte in Bereitschaft und wenn es ganz blöd läuft sind auch noch Feiertage und der Mensch hat dann auch gern mal 5 Tage keine Medikamente, weil wir die gar nicht bevorraten dürfen und auch nicht von „andren nehmen“ ( wird auch gern vorgeschlagen ). Von BTM gar nicht zu reden. Okay, ich weiß, dass eine Unterbringung vom KH aus in die Heime sehr schwer geworden ist. Das liegt daran, dass diese seit der neuesten Gesetzesänderung nur noch zögerlich Verträge mit Patienten aus dem KH abschließen – Heimrecht im Sozialgesetzbuch, still und heimlich durchgesetzt und zum Nachteil der Heimbetreiber geändert. Vorher konnten die Heime Verträge abschließen, wenn ihr uns gemeldet habt: Aufnahme ab Tag x möglich, Betreuung und Sozialhilfe beantragt. Ab dem Tag lief der Vertrag und auch wenn sich der tatsächliche Einzug verzögerte oder jemand Zahlungsschwierigkeiten hatte, konnten wir einen gewissen Betrag garantiert abrechnen – die Zimmer frei zu halten, war also kein Problem. Seit Monaten schon gilt: Zahlung erst ab Einzugstag. Reservierung nicht mehr möglich und gefühlt wird es seitdem immer schlimmer, die Wartelisten immer länger und die Anfragen immer drängender. Die meisten Heime sind einfach voll und wer eine Chance auf einen Platz haben will, hat einiges vor sich. Im Voraus vorzulegen von einem Bevollmächtigten: gültige Vollmachten, bestenfalls von einem bereits vorhandenen Berufsbetreuer; eine dokumentenechte aktuelle Bescheinigung über die Freiheit von Infektionskrankheiten; eine Rentenübersicht sowie Kontoauszüge und Lastschriftmandat und einiges mehr. Fehlt etwas davon – wird die Aufnahme rigoros abgelehnt, es stehen viel zu viele hintendran und schon das alles zu Beschaffen überfordert die meisten. . Grund für diese Haltung: die Heime in Deutschland sitzen auf Millionen von Kosten, die durch zahlungsunwillige Kurzzeit-Bewohner; Kinder, denen Geld wichtiger war als die Eltern im Heim; Falschangaben; dem Nicht-Regeln von Behördengängen ect verursacht wurden und die alle über die Gerichte eingeklagt werden müssen, bezahlt häufig letzlich von Steuergeldern. Ich lebe in einer Großstadt, wir haben mehrere Kliniken hier, IS nirgends voll belegt, daher kann ich persönlich keinen Zusammenhang zu Corona entdecken ( wenn die Zahlen stimmen ) – und aus allen kommen trotzdem Hilferufe von den sozialen Diensten und Angehörigen, die absolut in keinem Heim mehr einen Platz finden ( und wir haben davon 36 offene und 3 mit gesetzlicher Unterbringung, also Platz für 10% der Gesamtbevölkerung der Stadt ist vorhanden, hat bisher locker gereicht ). Ist das nur ein lokales Phänomen? Kennt Ihr diese Häufung von „ich werd das Gefühl nicht los, dass die Krankenhäuser die Sterberate mit Gewalt verkleinern“ aus Eurer Gegend auch – und wenn ja, könnt ihr mir erklären, was zur Hölle gerade in den Kliniken los ist? Hat das Kostengründe? Platzmangel? Absoluter Personalnotstand? Dienstanweisung: Sterberaten drücken? Ich möchte keine Grundsatzdiskussion, ich möchte nur ehrlich wissen, warum so viele Menschen kurz vor ihrem Tod seit Neustem in die Heime verlegt werden sollen ( die nebenbei auch so schon überlastet sind, auch ohne wöchentlich mehrere SIS anlegen zu müssen, Sterbebegleitung zu leisten und Neueinzüge zu regeln, für die dann wenn´s dumm läuft auch noch eine Iso nötig ist ). Vielleicht hab ich auch nur ein Brett vor dem Kopf und mir fehlt ein Stück Wissen – ich bin auf jeden Fall für Erklärungen offen. Danke im Voraus!

Im Altenheim pflegen nun Floristen.

Wenn Du einen Betrieb aufrechterhalten musst, in dem die Leute mies bezahlt werden und in dem die Arbeit keiner mehr machen will weil wegen Gründen, gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit: Du musst Dir die suchen, die NOCH verzweifelter sind, damit sie Dir auf den Leim gehen. Dachte sich offensichtlich die Caritas und heuert nun Floristen für die Altenpflege an.

Pflege kann, das wusste schon Norbert Blüm (und der konnte sich leider erst am Ende seines Lebens vom Wahrheitsgehalt seines Satzes überzeugen, als er tetraplegisch wurde) jeder. Also können das auch Floristen. Mir ist ja schleierhaft, warum die nicht einfach Friseure… oder Automechaniker genommen haben, aber seis drum: sie wollen nunmal Floristen.

Um Pflegequalität gehts offensichtlich nicht, sondern um Hände statt Köpfe. Ich würde zu gerne wissen, wie das praktisch abläuft. Vermutlich so: „Hey, das da, Zimmer 1-35, das ist Dein Strauß liebe Omas. Die steckst Du alle in die Wanne und beim Frühstück musst Du sie schön gießen, ja?“

Zu gerne, so vermutet Geriatric-Nurse auf Twitter, würden wir wissen, wie das aussieht, wenn dann im Heim jemand stirbt. Steht dann im Übergabeheft: „Sorry, die Omi in der 21 war erst welk und nun ist sie mir eingegangen.“

Oder: „Die lässt das Köpfchen so hängen, da habe ich sie angeschnitten und etwas Grün dazugesteckt“, „Wo steckt man denn die Frau Müller zum Mobilisieren ins Moosgummi rein?“ Ein Zimmerwechsel wird dann umtopfen.

Ich finde das alles absurd.Ich habe nichts gegen Floristen. Die machen wunderbare Blumen. Aber sie machen eben Blumen. Dieses Pflege kann jeder geht mir auf die Nerven. Was man alles pflegen kann. Blumen, Bodenfliesen…. Menschen. Nächstens heuern sie vielleicht Reinigungspersonal an, um Oma mal zu feudeln. Oder KFZ-Mechaniker für die Kardiologie, weil doch der Motor, das weiß ja jeder, das Herz jeden Autos ist und wenn die schonmal da sind, dann können sie gleich die Rollatoren ölen. Alles eins.

Warum eigentlich heuern die nicht gleich Friedhofsgärtner an und bieten die letzten Lebenstage All Inclusive aus einer Hand an? Wenn da weiterhin keine Fachpflege anbei sein muss, dann ist doch sowieso das frühere Ende vorprogrammiert. Letztens suchte doch auch eine Bestattungsfirma Pflegende.

Ich verstehe überhaupt nicht, weshalb es da keine Schamgrenzen gibt. Und weshalb überhaupt geht der Bums nur in eine Richtung? Warum gibt es nichtmal Stellenanzeigen, in denen man Fachpflege für Berufe sucht, die sie überhaupt nicht können? Wenn wir uns angeblich so gut mit Waschen auskennen, warum fliesen wir dann nicht mal Bäder? Oder werden im Wellnesstudio angestellt? In den Galerien der Altenheime hängen Bilder. Weshalb suchen Museen also keine Altenpflegenden für die Gemäldegalerien dieser Welt? Ach, das klingt absurd? Soso. Interessant.

Friseure hätte ich vielleicht noch verstanden. Alles um den Kopp rum wäre da immerhin versorgt, endlich kämen mal diese mobilen Haarwaschwannen zum Einsatz. ABEr WAS ZUM GEIER KÖNNEN FLORISTEN? Und was denken die sich dabei? Und was denken Floristen, wenn sie so eine Anzeige sehen? Und wie degradiert fühlt sich Pflege? Wenn alles Billiglohnsektor mit Hilfskräften wird, dann ist die Oma ja auch nichts anderes, als ne lebende Doppelschweinehälfte. Dann sollten sie saisonal vielleicht mal bei bekannten Großfleischereien nachfragen, ob nach dem Zersägen von Tierkadavern nicht vielleicht der eine oder andere noch Lust hat, Oma „umzulegen“? Hoffentlich begreifen die Hilfskräfte dann schnell genug, dass das in der Pflege „Lagern“ und nicht „Bolzenschuss“ heisst.

Das Bildchen kommt jedenfalls in meine Sammlung für den Vortrag.

Drama im Elfenbeinturm: Wer spricht für die Pflege? Oder, könntet Ihr alle mal die Klappe halten!?

Markus Mai hat einen Artikel geschrieben. Für die Pflege soll die Bundespflegekammer sprechen. Mehr als die Überschrift hab ich nicht gelesen, denn der Artikel, der mir und uns und allen den Mund verbieten soll, kostet 34 Tacken. Für mein Silencing zahl ich nicht noch, ich glaube fest an Kästner: Nie sollst Du so tief sinken, von dem Kakao, durch den man Dich zieht, auch noch zu trinken.

Ich habe auch einen Artikel geschrieben. Für eine große Tageszeitung. Für den wollte ich ein Zitat des DPR. Aber der stellte mir die Frage, wer eigentlich für die Pflege sprechen darf? Und dann wurde es nix mit dem nächsten Telefonat oder einer Antwort auf meine Frage. Das finde ich merkwürdig, aber offenbar gab es Verwirrung im Elfenbeinturm und dann wollte die Pflege wohl nicht für die Pflege sprechen, weil das, was die Pflege gesagt hätte, jemand aus der Pflege publiziert hätte. Und so geht es nicht! Kling irre? Ist es auch! Wenn die, die verordnen, für die Pflege zu sprechen, nicht für die Pflege sprechen, wer spricht denn dann? Keiner! Das ist vielleicht nicht die besonders cleverste Strategie, aber was weiß ich schon, denn ich spreche ja nicht für die Pflege.

Mit sprechender Pflege gibt es ein Problem. Zwar ist Pflege Goldstaub und sollte behandelt werden, wie man raren Goldstaub behandelt, aber das meint noch lange nicht, dass die Pflegen(den) nun meinten, selbst was sagen zu dürfen. Jawoll. Das ist dann nämlich nicht „sprechen“, das ist „Jammern“ und das soll sie nicht, die Pflege. Sie soll darauf warten, dass jemand für sie spricht. Gefälligst. Als wäre das 19. Jahrhundert nicht schon lange vorbei, soll sie artig darauf warten, dass Funktionäre, die in ihrer Funktion bislang noch nichts gerissen haben, den Mund aufmachen. Während sie davon träumen, dass die veraltete Idee läuft, sprechen Pflegende für sich selbst.

Franzi zum Beispiel reichts. Die hat in ihren Podcast flugs Lauterbach und Lindner eingeladen. Ob die das mitbekommen haben, weiß man nicht so genau. Eine Viertelmillion Menschen und mehr haben das durch die sozialen Medien mitbekommen. Politiker nutzen Influencer gerne, wenn es um ihre eigene Belange geht. Noch nie aber hat ein Influencer gesagt: „Passt mal auf, Ihr tanzt hier für den Mist, den Ihr macht, gefälligst an, Friedensfreunde.“ Und so sind wir alle gespannt. Vom DPR gab es sicher ein Positionspapier. Das ist auch fein. Wer hat denn nun für Pflege geredet?

Ich hab auch geredet, Mich hat nämlich eine Zeitarbeitsbude angeschrieben. Ich, die liebe Monja, die geduzt wurde, als wäre ich bei Ikea Teelichte einkaufen, war plötzlich, als ich kritisierte, solche Mails überhaupt zu bekommen, gar nicht mehr die liebe, wertgeschätzte PFK. „Wars das? Wollen Sie quatschen, oder was?“ Ja, so ist das. Gerade noch beklatscht und gewollt, außer, man sagt selbst was zu dem Driss, der mit einem angestellt wird, dann ist es aus mit der Wertschätzung. Dabei hatten die mir doch angeboten, dass ich studieren könnte. (LOL). Ich weiß nicht, was mein UNI-Arbeitgeber dazu gesagt hätte und lache noch immer.

Die Kammern und Organisationen, die Räte und Gremien_ sie sind 100 Jahre zurück. Pflegende reden längst für sich selbst. Das ist für die Gremien natürlich blöd, denn es macht sie überflüssig. Und so wäre es am Besten, Pflegende würden, wie Anno Dutt, wieder den Mund halten. Sorry, ich befürchte, das wird nix mehr.

In den Sozialen Medien, wo Mitmachen gratis ist, muss niemand einen Mitgliedsbeitrag zahlen und kann sich, statt der Einheitsbreistimme, auch verschiedene Positionen anhören. Das ist in Gremien anders. Die verhandeln Positionen ganz ohne die, die sie vertreten, das Abwägen ist intransparent und wie einem unmündigem Kind wird die Position, die man vertritt und die der einzelne Pflegende dann haben soll, präsentiert wie das Essen und die Ansage von Mutti.

Pflege kann nicht demokratisch. Pflege kann nicht mitaushandeln. Das führt dazu, dass viele noch glauben, man müsse erst warten, bis man eine Meinung haben dürfe.

Wie schwer geschockt eine Gesellschaft ist, die mitbekommt, dass sich die Zeiten drehen, konnte man sehr schön bei König Charles sehen. Der, 73 Jahre jung, hielt sich nicht das an „beklage Dich niemals, erkläre Dich nie“, sondern schimpfte wie ein Kutscher über einen auslaufenden Füller. Die Welt hielt den Atem an. Hatte der König mit 73 Jahren doch einfach gesagt, was ihm nicht passte. Darf der das? Überall die gleichen Probleme, sag ich Euch.

Sei wie Charles: sag einfach, was Dich stört. Die Welt geht nicht unter. Es ist 100 Jahre später als früher.

Gummihuhn statt Lavendel

Wenn Du in den 1970ern den Rentnesaal zum Rocken bringen wolltest, dann wurde eine Kassette (ich kann mich mit technischen Details jetzt nicht befassen) mit dem Ententanz angemacht. Die 70er. Das ist lange her. Orange, grün, Braun, psychedelische Muster auf Tapeten, Erdbeerclogs und Gummitwist.

Die 70er. Das war auch die Zeit, als die Enquete herausgegeben wurde, das ist die Befreiung der psychisch und chronisch kranken Menschen aus einem System der Gewalt, aus Stätten der Verwahrlosung. Die Enquete, und so schließt sich der Kreis, wurde nie umgesetzt. Aber sie ist der Geburtsort der Altenpflege. Die 70er. Es war alles so schön bunt da.

2022 in irgendeiner beschaulichen Kleinstadt. Man hat den Ententanz wieder angeschaltet. Claudia Moll macht jetzt harte Politik. Fast zwanzig Parties hatte sie in den letzten Tagen auf dem Wahlkampfzettel und die Parties mussten abgefeiert werden. Hier wurde ein Feuerwehrauto getauft, da wurde einem Gummihuhn der Schädel abgeschlagen. Hart ist so ein Politikerleben. Aber alles mit Liebe.

Quelle Instastory

Es wäre alles nicht so schockierend, wenn nicht auch in den 1970ern Gottlieb Wendehals den Gummiadler geschwungen hätte und der Saal zur Polonaise Blankenese getobt hätte.

Woanders ist aber gar nicht 1970. Woanders ist 2022. Hitzewellen fegen über das Land, die Altenheime sind nicht klimatisiert. Die Kollegen, die seit 2,5 Jahren durch die Pandemie toben, können nicht mehr. Urlaube werden gestrichen oder mit Müh und Not erreicht. Kollegen fallen aus wegen Corona. Woanders ist die Welt nicht heile. Woanders rennt man sich die Hacken ab.

Weil noch immer keine Missstände da sind, wenn man nur nicht hinguckt, schlachtet man eben ein Gummihuhn. Launigerweise könnte man sagen, dass man mit dem Nichthandeln dem Deutschen Bundesadler symbolisch die Rübe einschlägt. Während die Kollegen ich fragen, wie sie die Gasrechnung wuppen sollen, wippt Claudi den ganzen Saal. Rückwärtsgewandt bis in die 1970er Wella-Haarspitzen, so sieht sie also aus, die Sozialdemokratische Pflegepolitik. Fühl Dich einfach gut mit Jade. Basta.

Nein, es ist nicht nur diese Symbolpolitik und das Köpfen von Plastiktieren, das mich nervt. Es sind auch die Videos, jedes zweite Wort ein ÄH und noch immer keinen Plan in Sicht. Verkörperte Westerfellhaus doch immerhin eine Art Statesman der Gesundheitspolitik, hatte wenigstens irgendeinen Plan (für mich oft der Falsche) und irgendeine dahinter verborgene Ernsthaftigkeit.

Sind das die Politiker, die wir wollen? Die im Sommer durch die Wahlkreise tingeln? Ist Sommerpause in diesem Jahr tatsächlich zu nehmen, während völlig klar ist, dass manche keine 30 Minuten Tagespause nehmen können?

Man möchte ja eigentlich zur Abendkasse gehen und sein Geld zurückfordern, wenn man das Theater sieht. Es gibt keine Scham mehr im politischen Betrieb. Ganz offen wird nicht gehandelt, sei es Corona oder Besetzungsstrategien. Irgendeine Entschuldigung wird schon ziehen. Das ist der Tanz in den pflegerischen Abgrund. Den Preis dafür zahlen mit Altersarmut und der Unmöglichkeit, sich Pflege kaufen zu können, die, die jetzt gerade an den Betten stehen und schindern. Sie werden zu wenig Rente haben, um sich selbst Pflege einzukaufen. Aber die Sozialdemokratin stört das nicht. Schnell noch ein Promovideo gedreht, indem man die Truppe auf überübermorgen vertröstet. Ja, man muss handeln, ja, das muss, äh, man, äh, machen.

ICH HALTE DAS ALLES NICHT MEHR AUS. Wir sind nicht nur was Partymusik angeht, wieder in den 70ern angekommen, sondern auch im Gesundheitssystem . Man möchte was werfen – keinen Gummiadler. Da draußen dehydrieren Alte, Alte, die im nächsten Winter frieren werden. Unterversorgte Menschen, kranke Kinder. Wie verbohrt kann man im Politikbetrieb sein?

Nichtmal ne Siegerurkunde für die Pflege

Mein Verhältnis zu Urkunden ist gespalten. Ich gebe zu, dass ich meine Graduierungen ordentlich in einem Ordner abgelegt habe und sie nicht, wie manch anderer, an meine Bürowand gerahmt genagelt habe. Ich habe einige Siege im Golf eingeheimst. Ich kann, bzw. konnte, den Golfball weiter driven als die Männer und dereinst putten wie eine junge Göttin. Aber ansonsten war ich eine sportliche Flachzange. Außer in Schach. Vielleicht war ich nicht sportlich. Vielleicht bin ich aber auch nur in einem Stadtteil von Berlin aufgewachsen, wo man im Winter drinnen war und im Sommer im Garten. Da fuhr ich Rad. Es gab keinen logischen Grund, irgendwohin zu sprinten, zu joggen oder weitzuhüpfen. Das hat absolut keine Rolle gespielt. Schwebebalken waren mein Endgegner, Ringe habe ich gehasst, ich konnte nie einen Handstand, nichtmal an der Wand. Aber das spielte absolut keine Rolle.

Außer dieses eine mal im Jahr, wenn Bundesjugendspiele waren. Für mich der sinnloseste Tag im Jahr. Nein, ich habe nie eine Siegerurkunde bekommen. Und wenn, kann ich mich nicht dran erinnern und hab sie nicht mehr. Es ist aber unwahrscheinlich, denn ich war schon immer Moppel und konnte auch nichtmal im Ansatz die Freude darüber nachvollziehen, sich für das Stückerl Papier so zu quälen. Es war unlogisch. Es war ein Stück Papier ohne größeren Wert. Nichtmal ne ordentliche Note ließ sich daraus ableiten, es gab keine Gratifikation wie bei ner ordentlichen „1“ (das war bei uns so üblich).

Derzeit gehen sie um, die Urkunden. Es gibt allenthalben Pflegepreise. Die bestehen aus ner Urkunde. Ich frage mich, wie ich mich fühlen würde, würde ich einen solch inflationären Preis bekommen. Ja, in meinem Beruf gibt es auch Preise. Da tritt man gegeneinander an, am Ende gibt es tatsächlich für einen ein paar hundert oder tausend (keinesfalls aber hunderttausend!) Euro. Das ist nice. Aber nur ein Stückerl Papier für die ganze harte Pflegearbeit hat für mich noch immer den Geruch der Siegerurkunde ohne Gratifikation.

Bayern hat heute so eine Medaille verliehen. Die „Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um Gesundheit und Pflege ging an….. *Tusch* eine Pflegende Angehörige. Geehrt werden nämlich nur die, die sich jahrelang ehrenamtlich engagiert haben. Profis sind also draußen. Das leuchtet mir nicht so richtig ein, so oft, wie Profis ehrenamtlich einspringen, aber gut.. ist das halt so.

Nein, ich neide diese Medaille nicht. Echt nicht. Ich war lange im Ehrenamt, beim ASB im Rettungsdienst und bei der Feuerwehr. Ich hab so ne Odermedaille. Und mal so nen Orden bekommen. (Wo ist das Ding eigentlich?) Tatsächlich fühlten wir uns so verschaukelt, dass sich manche den kleine Orden ins Ohr gesteckt haben. Damit sie „wenigstens“ was haben. Gab gleich Ärger wegen der Ehre und so. (ICH war das nicht!)

Wie geht man damit um, dass es für Profis auch Siegerurkunden gibt, die nichts bedeuten und Ehrenamtliche, die eigentlich für ihre Arbeit auch Aufwandsentschädigung bekommen sollten, mit ner Medaille abgespeist werden? Ehrenamt, das war Pflege im 19. Jahrhundert. Ein Nichtberuf, den reiche Frauen aus Langeweile ausübten. Die Kontinuität kennen wir. Pflege kann jeder, Pflege muss nix verdienen, Pflege ist haushaltsnahe Tätigkeit.

Symbolpreise. Wertschätzung auf dem Papier. Ich persönlich finde, dass Pflege ja mehr verdient hat, als den gleichen Symbolwert, wie ihn weit in den Sand hüpfen könnende Kinder bekommen . sind Papierurkunden die Re-Infantilisierung der Pflegeprofis? Ein Papier ohne Sahnebonbon? Ein Goodie fürs Artigsein? Sind sie Ausdruck der systematischen Hilflosigkeit oder glauben die Macher solcher Preise wirklich, dass man sich das über das Bett hängt und dem Besuch am (vielleicht) freien Wochenende sagt: „Guck mal, ich hab ne Pflege-Siegerurkunde bekommen!“

Ich glaub, ich versuche lieber mal das mit dem weit hüpfen nochmal….

FDP: Wer von „Vollkasko-Mentalität der Pflege“ salbadert, aber Sniper auf dem Dach hat, hat was Grundlegendes nicht verstanden

Nun pfiffen es also die Scharfschützen von den Sylter Reetdächern: Sicherheit ist eine wichtige Sache. Und deshalb durfte der Steuerzahler die Sicherheitsvorkehrungen für die VIP-Hochzeit zahlen. Das mit der Sicherheit ist Pflegenden nicht neu. Unter ABEDL 11 der Aktivitäten des täglichen Lebens sollen Pflegende ganzheitlich für Sicherheit derer sorgen, die sie pflegen. Pflegende sind also quasi die Pflegesniper derer, die, genau wie Lindner, nicht in der Lage sind, für ihre eigene Sicherheit zu sorgen. Tut man das nicht, ist deren Leben bedroht. Die Folgen sind: Stürze, Ängste, Suizide, Unfälle, Ersticken, falsche Medikamente… die Liste ist lang.

Aber während es für den FDP Minister anscheinend völlig normal ist, dass der Staat für seine und die Sicherheit seiner Gäste aufkommt, ist die Sicherheit in Pflegeeinrichtungen schon lange nicht mehr gegeben. Im SGB kommt dieses Sicherheitsbedüfnis nur noch am Rande vor. Sicherheit benötigt, genau wie Lindners Snipertruppe, ausreichend Personal, um überhaupt was gewährleisten zu können. Für Alte und Kranke geht das schon lange nicht mehr. Wie oft es vollends danebengeht, das weiß niemand so genau. Wer keine Daten erhebt, kann nichts Unangenehmes rausfinden (praktisch, oder?). Aber es passiert. Das Zeigt auch das Schwarzbuch Pflege.

Sicherheit also kann sich nur der leisten, der das Geld dafür hat – oder es sich einfach feist nimmt. Während aber bei Scharfschützen nicht diskutiert wird, weil das eben wichtig ist, spricht die FDP bei Ausgaben für Pflege von einer „Vollkaskomentalität“, der dringend Einhalt geboten werden müsse. Claudia Raffelhüschen sieht das so: Einschnitte im Sozialbereich sollen helfen. „Den Rotstift müssen wir beim ausufernden Sozialstaat ansetzen und ihn wieder auf ein gesundes Niveau zurückführen“

Es ist eine Feudalmentalität, die da aufblitzt. Wer es sich leisten kann, oder, vielmehr, wer einem nicht den Rotstift ansetzen kann, der kann Sicherheit auf Staatskosten haben, so viel er mag. Wer nicht, der erstickt halt ohne Sauerstoff – und hat das „gesunde Niveau des ausufernden Sozialstaates“ gehörig übertreten. Frei nach dem Motto: Wenn sie keinen Sauerstoff haben, sollen sie doch Luft holen.

Während es in Kliniken und Altenheimen keine Klimaanlagen im Sommer gibt (und auch kein Personal, damit da niemand dursten muss bei 42 Grad) und man den Leuten sagt, man müsse jetzt mal sparen und solle nicht so viel Strom und Benzin verjazzen, flog Friedrich Merz mit dem Privatflieger auf die Insel. Cool. Diesel hat er da nicht verbraten, das ist löblich und schon sicher die Umwelt, weil ja Atomstrom auch umweltfreundlich ist, wird sich zum Beweis schon irgendeine krude Theorie finden lassen. Einen 9Euro-Ticket- Stehplatz im überfüllten Coronaversifften Regionalzug jedenfalls hat Merz niemandem weggenommen. Das ist doch fein. So bürgernah wünscht man sich die Politik im ausufernden Sozialstaat.

Ich möchte gar nicht wissen , wie lange die da alle geduscht haben. Wir selber sollen (und können, weil es teuer ist) ja eh nur noch kalt und schnell mal unter die Brause hüpfen. Auch das ist für Heimbewohner gar nicht neu. Einmal die Woche duschen die in der Regel – falls Personal da ist. Und schnell muss es da auch gehen, denn die paar Minuten, die dafür angesetzt und bewilligt werden, reichen für Energieverschwendung gar nicht aus.

ONEHEALTH heißt das Programm der WHO, nachdem wir Pflegenden darauf achten sollen, dass Pflege nicht die Umwelt belastet. Den Planeten pflegen und Gesundheit fördern, gehören jetzt Hand in Hand. In Deutschland freilich können Pflegende da nicht mitmachen. Aber könnte ich es, würde ich den Rotstift des ausufernden Sozialstaates vielleicht nicht beim Überwachungspersonal für O2-Pflichtige ansetzen und dann was von „Vollkaskomentalität“ höhnen. Heiraten ist ja, zusammen alt werden. Ginge es nach mir, hätte diese Hochzeit also so stattfinden können, wie der Vollkaskosozialstaat seine Alten. leben lässt. Vor einer Woche 3 Minuten duschen, Essen für 1, 50 pro Mahlzeit und Sicherheit ist leider alle. Manchmal zweifle ich tatsächlich, wer der Souverän dieses Landes ist. Im demographischen Wandel hungert und friert der Souverän und seine Bediensteten bedienen sich schamlos. Irgendwas daran gefällt mir nicht.

#Anne Will – Schwurbelt der? Darf der das? Ein Rant mit extra CN!

Nein, wir sind noch immer keine Best Buddies, der Lange und ich, und ja, meine Güte, seit der Sendung klatscht eindeutig die falsche Base. Ja, das kann man kritisieren.

So und jetzt mal Klartext.

Kaum war der Satz gesagt, ging auf Twitter das Geschrei los. Und das Geschrei war groß. Der Lange ist nur Leiharbeiter, der sucht sich ja da Beste aus.

-> Ja, der sucht sich das Beste aus. Der darf das. Du darfst da auch. Wenn es dich so abnervt, dass Du DAS zum Thema machen musst, dann such es Dir doch aus, Herrgottsch****!

Dieser Neid auf alles und jeden, der da irgendetwas anders macht, ist doch nicht normal.

Nächster Take, einen Scroll weiter: „INFLUENCER Reden nicht für die Pflege!Das machen Berufsverbände „

-> Keiner, wirklich KEINER von uns hat sich ausgesucht, „für die Pflege zu reden!“. Das ist so passiert, WEIL die Berufsverbände und die ganzen Kammern nicht reden. Lustige Sache, aber seine Meinung, wie auch immer die geartet ist, sagen zu dürfen, ist Teil eines echten Grundrechts. Und es ist peinlich genug, dass eben die Verbände und Kammern NIE etwas sagen, sondern ein virtuellen Paper durch den Schlitz schieben. Jeder, das ist klar, redet nicht für die Pflege, sondern für sich. Es gibt 1,7 Millionen Pflegende also 1,7 Millionen Meinungen. So wie es 80 Millionen individuelle Pflegesituationen gibt.

„Der Schwurbelt.“ – Nun, ich bezweifle arg, dass er schwurbeln wollte. Und dann hab ich mal n guten Tipp. Wenn ihr das alle so phantastisch könnt, vor der Kamera, dann geht doch einfach hin und macht es. Schreibt Bücher, geht zu Vox, schreibt Kolumnen, macht Sendungen.
Wie da tatsächlich läuft? Kaum einer, nichtmal der DPR, bekommt Medientraining. Da sitzte dann halt mit Deinem Talent und musst was draus machen. Und dann verhaspelste Dich auch mal.Oder, wie Frau Vogler, sagst einfach nix, weil Du – fatal in Talkshows – Konventionen hast, die Dir verbieten, einfach zu sabbeln. Zack – Sendezeit um.

Können wir und eventuell mal dran erinnern, dass wir alle NICHT für Medien ausgebildet wurden? Keiner hat den Tanzbären hier gelernt. Wenn Ihr das wollt, was das erfordert, geht in den Musikantenstadl, die können da gleichzeitig singen, klatschen und tanzen.

Was mich abnervt? Pflege wartet IMMER auf den Helden. Einer soll kommen, es machen und regeln. Bis jetzt sind welche gekommen und haben es immerhin gesagt.

Fazit? Keiner, nicht einer, ist da, der irgendwie genügt hat. Ähnlich wie beim mystifizierten Pflege-Corona-Helden soll ein Allrounder aus der Kiste springen, eloquent sein, schreiben können, gut aussehen, nie das Falsche sagen, lächeln, aber nicht zu sehr, dringend sein, aber nicht zu sehr, es aussprechen, aber so, dass man es versteht: DAS IS KEIN PONYHOF HIER! Menschen sind nicht Pinocchio. Die kannste Dir nicht schnitzen. Du musst schon die Menschen nehmen, die es gibt. Oder: mach es einfach selbst. Aber mach es eloquent, sieh gut aus, mach nie das Falsche….

An JEDE/R/M gibt es irgendwas zu nölen. Und viel schlimmer als der Ausrutscher (oder von mir aus auch die tatsächliche Haltung) sind dann die Heerscharen von Leuten, die es ganz sicher besser gemacht hätten. Sind alle wie Pathologen- wissen alles, aber halt immer zu spät.

Ja, mich nerven sie auch. Die Versicherungsverkäufer, die Typen mit Ernährungsdrinks und das ganze Gebabbel. Aber – hallo – wer hat die denn so gehyped? Lass mal überlegen – ach so, das ward ja Ihr. Is n bisschen irre, merkt Ihr selbst, oder?

Das, was da abgeht, ist auch ne Form des Silencing. Kein Mensch kann für alle Bereiche was Kluges oder Tolles sagen. So läuft das halt.

Wenn es denn wenigstens bei der inhaltlichen Kritik bliebe – wäre kein Ding. Aber das da geht sogar mir über das Ziel weit hinaus. Und jetzt stell Ich mir das mit einer Base vor, die 100 mal so groß ist, wie meine. Na schönen Dank auch.

Chillt mal. Ich tu das auch. Es wäre viel besser, zu überlegen, wie wir alle (denn die meinen uns alle) aus dieser Sache wieder rauskommen. Und dann gibt es da noch wesentliche Sachen. Streikende Kollegen. Tagchen.

Mansplaining „Schwangere in der Pflege“ oder „Guten Tag! Würden Sie uns bitte Ihr ungeborenes Kind opfern?“

Berufspolitik ist eigentlich wie Zentrale Notaufnahme. Du denkst jeden Tag, dass Du alles gesehen hast und dann kommt er doch wieder: der Hammer und es blutet unvermutet aus allen Ritzen. Heute blutet es aus meinen Augen, denn ich habe da was gelesen.

Als Mansplaining wird eine Erklärung bezeichnet, die ein Mann macht, der einer Frau erklärt, er wüsste, wie es (meist besser) geht, ohne dass er davon Ahnung hat. Es gibt viele merkwürdige Arten dieses Machtspiels, aber wahrscheinlich ist nichts so lächerlich wie ein Mann, der Dir Schwangerschaft erklärt. Doch damit nicht genug.

Birge Schlürmann ist ein Mann. Und was für einer. Seit Jahren erklärt er Menschen die Pflegewelt als Berater und Autor und setzt dabei auf Wirtschaftlichkeit. Ganz neu ist der Plot freilich nicht. Birge weiß auch, wie Schwangerschaft in der Pflege am Besten geht. Und er hat da ganz interessante Vorstellungen, die sich ungefähr so zusammenfassen lassen: „Dann machste halt n Neues.“ Aber von vorne.

Chirurginnen, so sein Artikel, die seien da anders drauf. Pflegende und Lehrer, die ließen sich ja sofort krankschreiben, aber Chirurginnen, die HÄTTEN DAFÜR GEKÄMPFT, möglichst lange am OP-Tisch stehen zu DÜRFEN!

Ja, Birge, das liegt an ihren schlechteren Karrieremöglichkeiten und daran, dass man gemobbt werden kann, wenn man schwanger ist. Dann kriegt man seine Facharztpunkte nicht und ist im Eimer. Das nennt man institutionelle Gewalt.

Birger schreibt: „„Gefühlt wurden schwangere Pflegekräfte vor allem in der Altenpflege zuletzt deutlich schneller krankgeschrieben als noch vor zehn Jahren“, meint ein Pflegewissenschaftler, der seinen Namen lieber nicht veröffentlicht sehen will. Der Experte vermutet eine Art „Schutzmechanismus“: Die Leistung von Pflegekräften stehe heute viel mehr im öffentlichen Fokus als früher, so dass Ärzte wie Arbeitgeber aufmerksamer geworden sind. Sie fühlten sich stärker verantwortlich für die schwangeren Frauen, wenn deren Wohlbefinden bei der Arbeit beeinträchtigt ist.“

Wer kennt ihn nicht? Den geheimnisvollen Dritten? Was Birge sagt? Scheiße, man kann heute nichtmal mehr mit Schwangeren machen, was man will. Ja, Birge, das leuchtet eigentlich jedem ein. Pflege ist so schwer wie ein Bauarbeiterberuf. Und wir sind heute nicht mehr in den Zeiten, wo jede Frau dem Pflege-Führer ein Kind gebären muss, das dann vom System aufgefressen werden soll. Es ist ok, sein Ungeborenes zu schützen. Zumal es nichtmal Elternschutzzeiten bei Fehlgeburten gibt. Dass Wirtschaftsgläubige das ganz blöd finden, das kann ich verstehen.

Aber Kinder Pflegender sind eh schon durch den Schichtdienst benachteiligt, da wirst Du erlauben, dass wir unsere Kinder wenigstens einigermaßen heil auf die Welt bringen, ja?

Aber Birger geht noch weiter. Der kennt gar keine Grenzen. Scheiß nämlich auf das ungeborene Kind. Das ist nämlich der Zeitgeist. „Pflegemanager und Organisationsberater Birger Schlürmann sieht die schnellen Krankschreibungen auch dem „Zeitgeist“ geschuldet: „Man achtet heute auf jede kleine Befindlichkeit, und die Ärzte haben Angst vor Schadensersatz. Früher hat man sich darüber nicht so viele Gedanken gemacht.“ Im Gegensatz zu den Chirurginnen, die dafür gekämpft haben, trotz Mutterschutz mehr und länger im OP arbeiten zu dürfen als bislang erlaubt, sei in der Pflege leider eine „Opferkultur“ verbreitet. „Das sind schon andere Mentalitäten“, sagt Schlürmann.“

An der Stelle muss man sich fragen, wo es da hakt. Mein Kind beschützen ist keine „Opferkultur“. Typen wie de sind lediglich sauer, dass Pflegende einfach nicht mehr bereit sind, Ungeborene auf dem Altar der Gesundheitswirtschaft zu opfern, das ist doch der Fakt an der Sache. Ich habe keine Ahnung, wie ein MANN von anderen Mentalitäten reden kann. Die Führungseben bedauert wohl, dass Pflege heute ihre rechte wahrnimmt. Ist schon blöd. Furchtbarste Arbeitsbedingungen, kaum Kollegen auf dem Markt und nun will die Ische auch noch gesund gebären.

Auch bei der Caritas, das sind die Kirchlichen mit der NÄCHSTENLIEBE, findet man das Fortpflanzungsgebot der Bibel eher lästig. „Heim- und Pflegedienstleiter Stefan Smolinka kennt „das Problem mit Schwangeren“ seit vier Jahren zwar nicht mehr: solange sei in dem von ihm geleiteten Altenheim St. Martin mit 69 Plätzen in Bad Orb (Caritasverband im Bistum Fulda) keine Pflegekraft mehr schwanger geworden.“ GEHT ES NOCH EIN BISSCHEN ÜBERGRIFFIGER???

Es. gibt auch gleich ne Idee. Schwangere sollen dokumentieren! „Die Heime haben Angst, dass die Schwangeren sich einen Keim einfangen.“ Dabei sei es „ausgesprochen sinnstiftend“, Schwangere in der Pflegedokumentation einzusetzen. „Die meisten Pflegekräfte stöhnen doch über die Dokumentationslast im Alltag. Da ist es wunderbar, wenn schwangere Pflegekräfte ihnen diese Arbeit abnehmen. Gerade in ambulanten Pflegediensten ist das auch völlig gefahrlos, denn sie haben dann ja überhaupt keinen direkten Kontakt mit Patienten.“

Ja, blöd nur, dass die Dokumentation derjenige machen muss, der am Patienten arbeitet. Was ist denn das für eine Qualität?

Man solle ja darauf achten, Schwangere entsprechend einsetzen zu können. „Dabei sollten alle Heime passende Konzepte für Schwangere parat haben, schließlich ist 80 Prozent des Personals weiblich.“ ICH GLAUBE, ES HAKT!

Mit Schwangeren lässt sich auch Geld sparen, wenn man sie im Büro einsetzt: „Wir nehmen die Schwangeren-Fälle mit in die Pflegedienst-Konferenz und fragen dann dort um, wo gerade ein entsprechender Arbeitsplatz frei ist. Wenn dann zum Beispiel gerade eine halbe Büroassistenzstelle frei ist, dann bekommt die Schwangere diesen Platz und für ihre andere halbe Stelle erhält sie ein Beschäftigungsverbot. Die Klinik zahlt dann die halbe Stelle, den Rest zahlt die Krankenkasse.“

UND DAS IST DANN WOHL INSGESAMT DER MISOGYNSTE KRAM; DEN ICH JE GELESEN HABE!

https://www.pflegen-online.de/schwanger-arbeiten-das-geht-auch-in-der-pflege

Kleiner Witz am Rande: Das Magazin ist auch zuständig für da Kammermagazin RLP und für das des Deutschen Pflegetags. Wisst Ihr, woher der Wind weht, ja?

Warum Du Dein Krankenhausessen lieber isst und Dich schämst, anstatt es zu fotografieren und Dich zu empören! (ein Rant der Extraklasse)

Da war er wieder, dieser Twitter-Moment, bei dem ich und andere Pflegende aus der Haut fahren könnten.“Die Leserin 1982“ fotografierte ihr Krankenhausfrühstück. Ein Brötchen, ein Vollkornbrot, Käse, Marmelade. Und alle, alle kamen und empörten sich. 2101 Twitterer waren geradezu schockiert vom Anblick.

Eine Frechheit? Ist eigentlich nur, dass Dir das erst auffällt, als es Dich selbst betrifft!

Eine Frechheit sei das! Der GESUNDHEITSMINISTER solle sich das ansehen.

Krankenhaus- und Altenheimessen zu posten, ist in. Im Gegensatz zum Insta-Foodporn ist das gepostete Essen dabei immer das Symbol für kulinarische Impotenz des Gesundheitswesens, eine Vorwegnahme des eigenen Verhungerns, ein Symbol dafür, dass – ja, diese Kommentare sind reichlich – man den Ukrainern alles gönnt (besondere Kommentare unterlegen das mit Bildern von Hotelbuffets, die den Unterschied kontrastieren sollen), und die armen Deutschen verhungern, also klassistischer und rassisticher Kackscheisse und anderem Gedöns.

EPISCH war der Fall eines Kartoffelsalattoasts, den frecherweise eine ambulante Pflegende gemacht hatte (weil nichts anderes im Haus war). Die, so die Meinung, könne doch von ihrem privaten Geld der armen Omi mal ein Essen spendieren (so weit kommts noch!).

Was diese Bilder sagen? Sie sagen: „Oh je, ich wusste von Privatisierung der Kliniken und von Pflegemangel, aber es war mir am Arsch egal, solange ich nicht diesen Scheiblettenkäse fressen musste. Nun aber betrifft es mich und ich bin nahezu schockiert!“ Was das ist? Wohlstandverwahrlosung.

Jeder Hans und Franz weiß, dass der Tagessatz in Kliniken um 3, 80 Euro liegt. Zum Vergleich? 4,77 Euro beträgt der Tagessatz unter Hartz IV. Man muss nicht ausgesprochen gut rechnen können, um sofort zu verstehen, dass man in Kliniken also noch ärmer ernährt wird, als der Ärmste im Land. Und so, meine Damen und Herren, sieht das dann halt aus. Was habt Ihr gedacht? Dass da jetzt pochierter Lachs kommt?

Was die Empörungsposter nie erwähnen? Sie erwähnen nie, dass sie sich genau diesen Krempel ausgesucht haben, als der Service zur Abfrage durchs Zimmer kam. Was da also auf ihrem Tablett gelandet ist, ist genau das, was sie bestellt haben. Und was mich am Wütendsten macht?

Wer in der Lage ist, seinen Klinikfraß zu posten, der hat ein Smartphone, kann Arme und Beine bewegen (die Arme auf jeden Fall) und sollte, wenn ihm was nicht passt, einfach Lieferando anklicken und sich was bestellen. Die andere Möglichkeit wäre, sich vom Besuch ein Obst oder selbstgemachtes Essen mitbringen zu lassen. Aber nein, Dekaden lang hat man dem AOK-Versicherungskartenbesitzer eingetrichtert, dass eine Riesenklinik im Grunde nichts weiter ist, als das Alanya-Ressort auf Krankenkasse. Das, meine lieben Freunde, ist aber leider eine kleine Werbelüge. Wer nicht ausgesprochen dummbeutelig ist, der wäre da alleine drauf gekommen.

Es gibt akkurat zwei Dinge, an denen man in Kliniken sparen kann. Das Essen und das Personal.

Während es die Gesellschaft zutiefst erschüttert, dass sie nun die knappe Verweildauer lang ein Vollkornbrot zum Frühstück essen muss, ist es ihr weiterhin egal und völlig mumpe, dass, DAMIT sie dieses Essen überhaupt noch mit Joghurt und Kaffee und Wasser kriegen, draußen auf dem Gang die raren Pflegenden Polka tanzen, um den Marathon durch den Dienst zu stemmen. Davon macht aber keiner ein Bild, denn das interessiert genau keinen.

Die Schrippe, die Dir da nicht passt, hast Du aber trotz Pflegenotstand bekommen. Was das bedeutet? Das bedeutet, dass Du trotzdem alle Verbände bekommen hast, Dir bei der Körperpflege geholfen wurde, Dein Bett gemacht, Deine Pillen gestellt und Deine Vitalzeichen überwacht. UND DAS IST EIN WUNDER! Also weine nicht über drei Tage Vollkorn, sei dankbar, das so viel Kapazität da war, dass sie Dir den Krempel überhaupt noch gebracht haben.

Mich regt dieses ignorante Getue nur noch auf. Da sitzt Du mipm Arsch in einer Streikwelle und heulst über Dein 3, 80 Essen und neidest Geflüchteten den Sozialsatz. Ich drücke das mal so aus. Wärst Du mit Deinem damals noch gesunden Körper auf die Straße gegangen und hättest zusammen mit anderen für eine bessere Gesundheitsversorgung demonstriert, müsstest Du jetzt nicht denen, die nichts mehr haben, für drei Verweiltage die Summe von 80 Cents neiden. Was läuft bei Euch nur im Kopf schief?

Seit Jahren sagen Pflegende, dass sie die Versorgung nicht mehr aufrechterhalten können. In Altenheimen rühren sie die Pampen nur noch mit Wasser an, um Milchpulver zu sparen, und Du weinst jetzt echt darüber, dass Dir die Scheiblette nicht passt? Lord, ich sage Dir: es kommt der Tag, da ist diese Scheiblette der Himmel für Dich! Weil?

Hey! Surprise! Noch schlechter, weil noch gewinnmaximierter, wird Dein Essen im Alter aussehen, wenn Du erst in einer der Ketten Dein Dasein fristest. Aber das interressiert Dich nicht. Nur: dann haste keine Chance, Dir auch noch das kleinste Marmeladeglas zuzukaufen.

Ich habe ne gute Idee. Statt Dich zu empören, schäme Dich einfach. Schäm Dich, dass Dir das Debakel erst aufgegangen ist, als es Dich selbst betroffen hat. Schäm Dich, dass Du noch nie darüber nachgedacht hast. Preise den Herrn, dass Du kauen kannst und nicht via Magensonde am Nutritropf hängst. Zeitgleich nämlich schreiben Journalisten, dass es gemein wäre, dass Pflegende für DEIN BESSERES ESSEN UND FÜR DEINE VERSORGUNG auf die Straße gehen, weil Du keinen Bock darauf hast. Schäm Dich einfach.

Oder iss es einfach nicht. Aber tu nicht so empört, denn das zeigt nur, dass Du einfach nicht verstanden hast, worum es geht.

Ach ja, den Gesundheitsminister juckt das nicht. Dass Du nichtmal das weißt, ist spätestens schämenswert. Kliniken sind privatisiert. Nicht mehr staatlich. Dazu habt Ihr alle um 2000 rum gevoted. Mit JAAAAAA! Was haste gedacht, kommt dabei raus, wenn man staatliche Einrichtungen gewinnmaximiert? Biogemüse und frisches Spiegelei? Lol.

Während Du da feist rumknipst, denk an all die, die das nicht mehr können und nie tun konnten. Die, die den Murks jeden Tag essen müssen. Und – auch wichtig – denk dran: Auch Du wirst demnächst dazugehören. Ob da noch jemanden da ist, der Dir wenigstens das bringt, steht allerdings in den Sternen. In Asien zum Beispiel kochen die Angehörigen, wenn man was essen möchte und sie waschen einen auch, wenn man gewaschen werden will. Das ist da nämlich keinesfalls Pflege. Du hast genau zwei Möglichkeiten: geh auf die Straße und kämpfe für Deine Gesundheitsversorgung oder: Löffel dir Suppe aus, die Du Dir (durch politisches Nichtstun) selbst eingebrockt hast. Im wahrsten Sinne.

Reformen gehen nicht – wegen Krieg und Pandemie – sagt Pflegebevollmächtigte Moll. Da fangen wa gleich an :-D

Um 1920 schrieb Otto Reuter das Lied vom „gewissenhaften Maurer“. Der würde gerne das Haus zu Ende bauen. Aber es geht nicht. Erst passt die Uhrzeit nicht, dann schafft er es nicht zur Arbeit, dann ist Pause und Lust hat er eh nicht. „Da fangen wa gleich an“. Wer das Lied nicht kennt: Bitteschön

Pflegereform war 1992. Als die ganzheitliche Pflege eingeführt wurde. Krohwinkel. Man kennt das. Aber dann war die Pflegeversicherung da und keine Möglichkeit mehr, sie einzuführen. Man wollte ja. Aber dann war Wiedervereinigung. Kein Geld da. Und dann war Wirtschaftskrise. kein Geld da. Und dann war Privatisierung. da war eigentlich nichts mehr da. Stetig da war eigentlich nur der Pflegenotstand. Seit mindestens 1920.

In der Pandemie haben Manager erklärt, jetzt solle Pflege sich mal beweisen, dann würden die Veränderungen kommen. Die Idee, dass man sich zu beweisen habe, war eigentlich schon verrückt genug, um laut zu lachen (Pflege beweist ich seit Jahrzehnten), aber wo sind nun die Veränderungen?

Die gehen gerade nicht, sagt Moll. Wegen Pandemie und so. Und wegen des Kriegs. Als sie 100 Milliarden für Waffen beschlossen haben, da haben wir uns gleich gedacht, dass irgendwas dafür eingespart werden muss. Aber Waffen, da waren gleich alle dafür. Nun ist also klar, woran gespart wird. An der Pflege. Ist klar, die betrifft ja wieder mal keinen mehr. Da lässt es sich sparen.

2030 tritt der Kipppunkt ein. Ab da ist der demographische Wandel ein Point of no return. Zur Erinnerung, weil ich es auch nicht immer vor Augen hab. Das sind noch 8 Jahre.

Später, ja später, sagt Moll, würde da noch was kommen. Wie bei Otto Reuter also: „Da fangen wa gleich an!“.

Moll, die Missstände ja nie erlebt hat und die findet, es gäbe quasi auch keine, wenn man nur über die schönen Seiten der Pflege berichtete, findet also, man habe noch Zeit. Dass es keinen was angeht, findet auch der Deutsche, für den die Pandemie jetzt vorbei ist. Das läuft nämlich so: solange man keine Pflege braucht, schert sie einen nicht. Braucht man. sie dann, schreit man rum, sie stünde einem zu.

Es wäre völlig ok, sich mal wieder verarscht zu fühlen. Verraten und verkauft. Es ist nicht die Pandemie, die Reformen verhindert. Für die nächste Welle, die bestimmt kommt und für die nächste Pandemie und den demographischen Wandel braucht Deutschland sie sowieso. Sie nicht zu reformieren ist, als wenn man keine Autoreifen mehr hat, und nun auf der Felge fährt. Aber neue Reifen gehen nicht, weil man dringend neue Scheibenwischer braucht. Beides hat miteinander nichts zu tun. Aber hey, was wissen wir schon. Normalerweise gehen die Entwicklungen von Pflege und der Krieg immer Hand in Hand. Man braucht schließlich wen, der die Verwundeten versorgt. Dies ist der erste Krieg, in dem das nicht passiert. Das ist kurzsichtig, dumm und geschieht auf dem Rücken der Pflegenden genauso wie auf dem Rücken der Bevölkerung.

Parkbänke gibt es kaum noch, Pflege gibt es kaum noch. Die Konzerne verdienen, der öffentliche Raum verkommt. Ganz sicher fangen se gleich an. Solange gibt es halt für die Pflegebevollmächtigte nichts zu tun. Spätestens bei der nächsten Wahl werden sie wieder sagen, dass die Pflege so schlecht dran sei. Mit er wirbt die SPD ja für jeden Wahlkampf. Sie tut nur nichts. Ähnlich wie die Grünen, die sich auch bedeckt halten, aber immerhin Influencer am Tag der Pflege umsonst für sich arbeiten lassen wollten. Vong Respekt für die Pflege her. Hahahaha.

Ich weiß nicht, wann sie aufgehört haben, Pflege und Gesundheit intelligent zu veräppeln. Was sagt Ihr dazu? Fühlt Ihr Euch auch so verhohnepipelt ?

Aber die Story beleidigt irgendwie meine Intelligenz.