Impfgegener in der Pflege. „Mein Körper, meine Sache!“

Um es gleich vorwegzunehmen: Impfen ist der Schlüssel. Ich bin dafür. Ich warte sehnlichst auf den Tag, wo endlich der verdammte Brief ankommt, dass ich dran bin. Aber darum geht es hier nicht.

Erstaunt blicken Medien gerade auf die Tatsache, dass ungefähr 50% der Pflegenden sich nicht impfen lassen wollen. In den Kommentaren der einschlägigen Medien fordern Laien, dass das doch die Pflicht der Pflegenden sei. Es sei ihre Aufgabe, so die Patienten zu schützen, die sie betreuen. Verbände und Profis fordern, doch mal zu zeigen, wie professionell man sei. Ich hingegen schüttele den Kopf. Und ich verstehe Impfgegner, obwohl ich selber keiner bin.

Ich betone oft, dass das mit dem Körper von Pflegenden eine merkwürdige Sache sei. Er scheint den Pflegenden selbst nicht zu gehören. Seit in der Antike Sklaven pflegten, ist das Recht auf den eigenen Körper, das eigene Leben ausgerechnet in der Pflege eingeschränkt. Körper und Seele werden mit Schichtdienst belastet. An den Körper der Pflegenden werden Anforderungen gestellt. Überbelastbar muss er sein, er muss den (sexualisierten) Anforderungen entsprechen, die Gesellschaft an ihn hat. Er darf keine Ruhepausen haben müssen. Er muss mehr heben, als in andern Berufen. Die Kinder von Pflegenden werden wenig berücksichtigt und dem System mit einverleibt. Die stehen viel zu früh auf und selbstverständlich sind sie in den Clustern der Notbetreuung, sehen schon außerhalb der Belastung Pandemie ihre Eltern nicht regelmäßig. Es ist ganz klar: irgendwas stimmt nicht mit der Sicht, die die Gesellschaft auf die Pflegekörper hat.

Die ganze Pandemie wird auf dem Rücken der Pflegenden ausgetragen. Zuerst wurde das Arbeitszeitgesetz ausgesetzt, dann die Personaluntergrenze. Nun ist (mit dem Körper der Pflegenden) alles möglich. Ob die Pflegenden selbst sicher waren? Nein. Das sind sie bis heute nicht. Tagelang haben Pflegende ihre Masken daheim ausgekocht und gebacken. Es gab kein Schutzmaterial, die Mäntel rissen, die Masken waren ungeeignet. Über 130 Pflegende sind bislang gestorben. Was niemand erwähnt, denn offenbar sind die Körper der Pflegenden einfach unwichtig und Arbeitsmasse. Systemrelevant, ja. Aber nicht systemrelevant genug, um darüber zu reden, wenn sie sterben. Als sei das alles ganz normal.

Die Politik, die schon begriffen hat, dass der Pflegenotstand ihnen auf die Füße fällt, setzt weiter auf Reframing statt Reformen. Das sei doch ein guter Beruf, sicher sei er und so LIEBEVOLL. Die Zugangsvoraussetzungen werden immer weiter runtergesetzt, damit auch der Letzte noch einen Platz in der Pflege findet. Deprofessionalisierung allerorten. Auf die Kompetenz wird nichts gegeben. Ist man kompetent, ist man schnell renitent. Hauptsache liebevoll, da ist das mit der Kompetenz kein Thema. Nicht innerhalb nicht außerhalb der Pandemie. Und nun sollen Pflegende ihre Professionalität durch Impfung beweisen? Das ist schon lächerlich, dass sie niemals ihren Beruf professionell so ausüben können, wie sie ihn gelernt haben und nun soll es professionell sein, sich impfen zu lassen.

Es gibt keine Impfpflicht. Das wurde immer betont. Doch offenbar meint das wieder einmal nicht alle. Es meint die anderen. Die, die nicht Pflege sind. Fordert ein Pflegender das gleiche Recht ein, wie jeder andere Bürger, dann ist das empörend. Denn: er habe ja die Anvertrauten zu schützen. Doch das ist falsch, denn wie bei jedem anderen Bürger gilt hier „Mein Körper, meine Sache“ und das unabhängig davon, ob das sinnvoll ist.

Es gibt nicht einen einzigen Betreuungsvertrag, der besagt, der Patient habe mit den Pflegenden selbstverständlich respektvoll umzugehen. Respekt wird nur einseitig gefordert. Ein unilateraler Gefühlsvertrag Als sei es ok, Pflege mies zu behandeln. Was oft genug geschieht, schaut man auf #respectnurses.

Das ist absurd. Denn die Anvertrauten, die die Heime stürmten, die sich in Kliniken trafen, die in vollbesetzten Wohnzimmern Weihnachten ohne Maske feierten, als der ambulante Dienst kam, die, die jetzt lawinenartig in den Wintersport fuhren.. all diese schützen die Pflegenden nicht. Selbst, einfach mal ein Jahr KEINEN VERDAMMTEN BÖLLER abzuschießen, um Kliniken nicht zu überlasten, war der halben Nation schon zuviel des Guten. Scheiß auf Pflegende. Weshalb dann sollte es ausgerechnet eine moralische Pflicht seitens der Pflege geben, andere zu schützen, wenn die so GAR NICHTS darauf geben, ob Pflegende überleben, oder nicht?

Pflege erlebt, wie sie das Kanonenfutter der Pandemie wurde. Sie werden geopfert und das seit Jahren, wenn nicht schon immer. Ich verstehe, dass es größtes Misstrauen gibt, wenn man zu den ersten gehört, die den vakzinen Wall für die Bevölkerung abgeben sollen. Schließlich ist die Gesundheit der Pflegenden den Leuten sonst auch egal. Wer also garantiert, dass es der gleichen Gesellschaft nicht auch völlig egal ist, wenn etwas schief geht? Im Gegensatz zu mir haben im Schichtdienst arbeitende keine Möglichkeit, sich wirklich zu informieren. Denn die sind nach 12 h und mit nur 3 freien Tagen im Monat einfach völlig platt. Was ich nicht sage ist, es ist nicht nötig. Aber ich denke, die Gesellschaft vergisst, dass sie kein Anrecht darauf hat, dass Pflegende ihren Impfwall bilden. Sie dürfen nett drum bitten. Zudem geht es auch hier nicht um die Sicherheit der Pflegenden. es geht um die Sicherheit, das System nicht kollabieren zu lassen. Dass jemand, den das System sonst durchs Leben prügelt, sich sagt „Ist mir völlig egal, Euer beschissenes System“ verstehe ich. Systemrelevant bei allen Nachteilen zu sein, ist das neue Heldentum. Aber niemand spricht von einem Coronabonus für die, die sich impfen lassen. Über den Körper der Pflege wird einfach verfügt. Kein Wunder, dass da viele An Versuchskaninchen denken. Denn genau das sind sie nämlich sonst auch. Versuchskaninchen für einen riesigen, mies angelegten Versuch, der da heißt: „Wie kann ich Pflege auspressen und trotzdem sicherstellen, selbst genug zu gewinnen?“ Niemand spricht dieser Tage darüber, keine Renditen zahlen zu können. Aber Gehälter nicht zahlen zu können, darüber redet man.

In diesem Kontext ist das sich nicht impfen lassen wollen einfach auch als eine Art des Widerstands zu sehen. Widerstand derer, die sagen: Ab hier reicht es. Denn, was das Verfügen über die Gesundheit Pflegender angeht, reicht es schon lange. Das belegen die Gesundheitsreporte. Und nun soll die Gesundheit plötzlich wichtig sein. Ist sie, aber nur und das System und die Arbeitskraft zu erhalten. Und das sind auf BEIDEN Seiten die falschen Motivationen.

Deutschland verweigert Pflegekräften in der Pandemie konsequent Traumaprävention. In anderen Ländern sind sie Bestandteil der Begleitung des NHS (Greenberg). Bildung, Stress, Ausbeutung, mental health Probleme. Niemand sagt, dass Traumareaktionen logisch sein müssen.

Und denen, die schreien „ich erwarte aber..“ muss man klarmachen: Sie haben von diesen Menschen nichts mehr zu erwarten. Sie dürfen demütig Danke sagen, für jeden Tag, den die Teams durchhalten und sich endlich für ein besseres Gesundheitswesen einsetzen.

Geht Euch impfen lassen. Für Euch. Und die Gesellschaft? Denkt mal drüber nach, was sie da tut.

Edit. 6.1.: RP Online zeigt auf, dass eine Klinik in Viersen die besten Impfquoten mit 97% hat. Ihr Geheimnis? Von Anfang an waren die Pflegenden perfekt geschützt, gut aufgeklärt und all den Belastungen eben nicht ausgesetzt. Ach guck an.

Bild (Lack Pereniy, Picture Alliance DPA)

26 Kommentare zu „Impfgegener in der Pflege. „Mein Körper, meine Sache!“

  1. Du hast ja Recht.
    Wie (fast) immer.
    Aber ist es sinnvoll, der trotzköpfigen Dummheit von 50 % der Kollegenschaft das Wort zu reden?

    Ist es nicht schizophren, auf der einen Seite 139 Tote zu beklagen und auf der anderen Seite deren Kolleginnen und Kollegen das Recht zu geben, per Verweigerung dafür zu sorgen, dass es noch mehr werden?
    Und Dir ist doch sicherlich klar , dass wir nur deshalb (noch) keine Impfpflicht haben, weil »die da oben« Angst um Wählerstimmen haben …
    Aber das Thema wird sich meiner Meinung nach spätestens dann von selber erledigen, wenn die Arbeitgeber die Impfung als conditio sine qua non in die Arbeitsverträge aufnehmen werden.
    Das können sie, das dürfen sie und das werden sie.
    Und ich finde das gut!

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    1. na klar… die hälfte der pflege leidet an „trotzköpfiger dummheit“ an anderer stelle ist sie „zutiefst amoralisch und unethisch“ oder „sozialschmarotzer“ usw…

      zum glück kann und werde ich es mir leisten, nein zu dieser (verpflichtenden) impfung zu sagen (ich hatte/habe noch nebenwirkungen von der letzten mit twinrix) und dann evtl. gekündigt zu werden, es wird zwar nur die hälfte der dummköpfe entsprechend „privilegiert“ sein, aber es sind dann wohl immer noch genug um teile der pflege zusammenbrechen zu lassen. was ja evtl. auch mal gut dafür wäre einige grundlegende verbesserungen einzuführen.

      der anderen hälfte (explizit peter) wünsche ich etwas mehr toleranz gegenüber „abartigen“ meinungen die nicht euren körper betreffen

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    2. Peter Hunold – machst Du es Dir nicht gerade sehr einfach – was forderst Du? Die Pflegenden sollen sich „zur Verfügung“ stellen für einen Impfstoff, der in Windeseile auf den Markt geschmissen wurde und von dem es keine Langzeitstudien gibt? Außerdem weiß bisher auch keiner, welche Allergiker hier alle kollabieren, wenn sie geimpft werden. Und was hilft diese Impfung, wenn man a) trotzdem erkrankt und b) weiter Überträger bleibt?

      Wenn Du sicher bist, dass der Nutzen dieser Impfung größer ist als der Schaden, dann lass Dich impfen, aber unterstehe Dich Dir anzumaßen über andere Leute Gesundheit zu entscheiden. So traurig es ist, aber ich würde mir inzwischen wünschen, dass die Pflegekräfte ihren Dienst quittieren – nur für halben Tag. Die “Kollateralschäden“ haben dann Leute wie Du zu verantworten – es reicht! Das mit dem halben Tag wird nicht passieren, weil wir Pflegekräfte ein Gewissen haben und über Nächstenliebe verfügen. Selbst so ein selbstherrlicher Mensch wie Du wird weiter gepflegt.

      Ach ja, schau doch auch mal auf das Thema “Impfung Schweinegrippe / Schweden“……das war wohl nichts!

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  2. Liebe Monja Schünemann,
    du wichtiges Sprachrohr der Pflege – es trägt mich durch diese Monate, jeder, der es in meinen Augen braucht, bekommt von mir deine Texte. Sie machen mir immer wieder deutlich, wo ich stehe, wofür ich arbeiten gehe, und wie privilegiert und dankbar ich bin freiberuflich zu sein. Wut und Dankbarkeit in einem Rutsch zu fühlen, eine neue Erfahrung in diesem Jahr.
    Danke

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  3. Danke, ich bin zwar nicht in der Pflege, aber als Verwaltungsmitarbeiterin sehe ich, wie die Pflegenden behandelt werden. Schlechte Organisationsstrukturen müssen die auch ausbaden. Das System ist echt mies.

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  4. Ich muss dementieren! Schade dass Sie mit Ihrer Reichweite so etwas unter bereits verunsicherten Pflegekräften verbreiten!
    Die Pflege soll doch endlich aufhören nur von Professionalität zu sprechen und zu behaupten sie sei es, sondern endlich Mal anfangen professionell zu sein!!!!
    Als Professionalistin verstehe ich sachlich und fachlich korrekt zu reflektieren und nicht blind zu Vertrauen! Mich nach der Wahrheit in allem zu orientieren und nach wissenschaftlich fundierten Quellen zu suchen und auch diese dementsprechend hinterfragend und kritisch zu beäugen.

    Sie erläutern, dass aufgrund der fehlenden Wertschätzung und wie furchtbar mit der Pflege umgegangen wird, sei es doch naheliegend, dass sich Pflegekräfte wegen dem Verdacht Versuchskaninchen zu sein nicht impfen lassen sollten. Im Prinzip revolutionäre Gedanken mit so einer Tat zu unterstreichen und bildlich wie ein trotziges Kind mit erhobenem Mittelfinger der Gesellschaft gegenüber stehend zu sagen: „Hier für das Klatschen! Schützt euch doch selbst!“
    Dabei vergessen Sie, die Impfung hilft vorwiegend einem selbst am meisten – durch die Impfung können Sie einen schweren Verlauf einer Covid-Infektion verhindern. Das ist Grund genug um sich impfen zu lassen!!!! Denn wie Sie richtig sagen, über meinen eigenen Körper entscheide ich selbst und niemand sonst! Vollkommen richtig!

    Doch nun weshalb lässt sich die Pflege wie moderne Sklaven behandeln? Wieso erhebt sich die Pflege nicht gegen diese Zustände?!
    Weil es einfacher und bequemer ist einfach nur zu sudern und dem System die Schuld zu geben!
    Doch wir selbst, die sich das vom System gefallen lassen, geben dem System die Macht alles mögliche mit uns durchzuführen! Aufstehen und NEIN sagen.
    Ich habe in meiner Berufslaufbahn so viele Pflegekräfte erlebt, die mit Tränen und maßloser Überforderung neben dem Patientenbett standen und dies so hinnahmen. Die Durchführung der Patientenversorgung war Ihnen aus verschiedensten Gründen nicht möglich, doch anstatt die Durchführung zu verweigern und geübte ran zu lassen, haben sie die Tränen geschluckt und den Patienten schlecht versorgt.
    Ergo kann ich nicht von Professionalität sprechen!!!

    Auch ihre Darlegung unterschtreicht meine Erlebnisse und lässt mich daran zweifeln es jemals erleben zu können, dass die Pflege nur einen Schritt in Richtung Professionalität schreiten wird.

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      1. Es geht doch nicht um die Schuldfrage. Und von „Unterdrückten“ zu reden, macht sie zum Opfer.

        Es muss schon erlaubt sein zu fragen, warum das, was Magdalena schreibt, so viele Pflegende mit sich machen lassen. Nur heulen, aber nichts ändern, hat in der Tat nichts mit Professionalität zu tun. Man kann nur dann für andere gut sorgen, wenn man für sich selber sorgt, und die Verantwortung hat zunächst mal jeder für sich selber. Eben nicht ständig einzuspringen, nein zu sagen, wenn man zum drölfzigsten Mal im Frei angerufen wird. Sich nicht mit der Moralkeule erpressen zu lassen („Kollegenschwein, wenn du nicht einspringst….“).
        Und wenn mein Arbeitgeber sch… ist, dann suche ich mir halt einen andern. Es gibt sie. Oder mach was anderes. Ja, das geht. Sie haben es gemacht, Frau Schünemann, und viele andere auch. Ist aber unbequemer als zu jammern, und es erfordert aktives Handeln und Gestalten.
        Sich jetzt der Impfung zu verweigern, weil man befürchtet, dann noch mehr ausgebeutet zu werden, halte ich für eine weitere Art subversiven Widerstands, der letztlich nichts ändert.

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      2. Fr.Schünemann das haben Sie nicht korrekt aus meiner Darlegung herausgelesen.
        Ich habe nicht behauptet dass die Unterdrücken schuld sind…ich habe niemanden eine Schuld zu gesprochen. Es geht um die fehlende Professionalität der tausenden Pflegekräfte. Lieber den Frust über viel zu viele Arbeitsstunden in Kauf nehmen, dadurch verständlicher Weise überfordert und ausgebrannt zu sein und anstatt dem Ganzen Einhalt zu gebieten wird an den Patienten weiter gepflegt und eine schlechte und frustrierte Versorgung dieser ohne weiters tolleriert und hingenommen!
        Die Unterdrückten gibt es nicht, nach J.P. Satre ist jeder Mensch zu seiner Freiheit verurteilt. Und jede einzelne Pflegekraft die dem System die Kraft gibt alles mit ihr zu machen, ist selbst schuld an der jeweiligen Situation. Von selbst wird es nicht besser. Und durch Jammern – in dem die Pflege unbestrittener Weltmeister ist – noch weniger!
        Handeln und Situation ändern! Und aufhören mit Dauerfrust an zu Pflegende herantreten!!!!
        Jeder einzelne der alles tolleriert und nicht die Situation hinterfragt und kritisch betrachtet ist selbst schuld ein – wie Sie es nennen – „Unterdrückter“ zu sein.

        Doch hier geht es ja vorwiegend um die Impfung. Und durch diese rebellische Herangehensweise ist niemanden geholfen. Argumente wie – die Impfung ist zu wenig beforscht, ist zu schnell am Markt gewesen, ändert das Erbgut, unterbindet die Fertilität, ist reine Geld mache und tausend weitere … MUSS von professionellen Pflegekräften mit wissenschaftlich fundierten Quellen und Kenntnissen dementiert werden! Denn keine dieser Behauptungen entspricht der Wahrheit! Allein das Argument dass durch die Impfung die Pharmaindustrie Millionen Gewinne macht. Überlegen Sie, was derzeit an Kosten entstehen für die Versorgung eines einzelnen an COVID erkrankten Patienten, da schneidet die Pharmaindustrie bei weitem mehr als bei einer Impfung, die kaum etwas kostet.

        Jede Pflegekraft die derzeit in COVID Bereichen tätig ist ersehnt sich durch die Impfung das Ende der Pandemie. Denn eines sei gesagt, so sehr wie das Jahr 2020 die Pflege gefordert hat ist es doch eigentlich das naheliegendste Bestreben ein jeder Pflegekraft diese Situation endlich zu beenden! Und dies gelingt nun Mal einzig mit der Impfung. Denn leider ist das europäische Volk nicht im Stande einige Wochen totalen Lockdown und Maske tragen hinzunehmen! Im asiatischen Bereich als Beispiel haben diese Intervention geholfen und die Zustände der Pandemie damit beendet.

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    1. Liebe Magdalena

      Pflege nachdrücklich eine Stimme zu gegen und „Unvernehmen“ (Ranciére) zu praktizieren ist seit Jahrzehnten schon Usus. Nicht immer so erfolgreich wie es zu wünschen wäre:

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      Aber immerhin, „Sklaven-Mentalität“ bei „Entlassungsproduktion“ etc. ist nur eine Seite.

      Meistens überhaupt keine Kapitalistisches Gedöns. Sondern viel, viel häufiger völlig überforderte NPO-Geschäftsführer, Heimleiter und hochgepushte PDL’s (direktionsfreudige – „Pflegedirektoren“)

      Viele diese Human-Ressourcen-Manager brillieren in Sachen Personalführung wie Ehrenpflegas 2020; deren emotionale EQ und rational kalkulierenden IQ ist oft sehr verbesserungsfähig – mit Peter-Prinzip-Methoden auf der Kariere-Leiter aufgestiegen und dahin gekommen, wo die Überforderung, Hektik zusammen mit Ellenbogenmentalität sich verkuppelten.

      Die andere Seite sei auch nicht heruntergespielt: Machtspielchen („Spiele der Erwachsenen“- Berne) von Kolleg:innen, die oft genug sich gegenseitig zerfleischen erschweren professioneller Auftritt immens. Als Pflege überhaupt Univok als Ganzes wahr genommen zu werden: dass ist wirklich nicht Top-Down verursacht. Das war vor 20 Jahren mau und Heuer nicht wesentlich besser.

      Der Umstand, dass wir Einzelnen darüber reden und wir beiden uns (offensichtlich) den verhängnisvollen Trend zur Deprofessionalisierung entgegen stemmen ist m.E. schon der zweite Schritt – die erste war: sapere aude (sich seiner Selbst inne zu werden und Initiativen zu starten)

      Bleibe Gesund und Munter!

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  5. Guten Tag,

    ich gestatte es mir, mich zum Thema zu Wort zu melden. Kurz zur Ausgangslage, ich bin nicht das, was man eine „professionelle Pflegekraft“ nennt, ich pflege „nur“ als pflegender Angehöriger meine Mutter im PG 5 bei 100% Demenz seit 13 (dreizehn) Jahren. All das, was Frau Monja Schünemann in Sachen Situation der Pflegekräfte schreibt, trifft im Bereich Belastung zu.

    Für Menschen wie mich, klingt das allerdings (sorry, das ist KEINE Abwertung!) wie Urlaub! Meine Realität (und die Realität weiterer mir persönlich bekannter pflegender Angehöriger im obersten PG) sieht wie folgt aus: Tägliche Arbeitsleistung ab 12 bis 16 Stunden, keine freien Tage, keine Wochenenden, keine Feiertage, keine Bezahlung die sich so nennen darf, keine Möglichkeit einer eigenen Krankschreibung (ich pflege gerade mit einer angebrochenen Rippe), keine Reha oder derartige Dinge. Ich soll seit 5 (fünf) Jahren zur Kur, da gesundheitlich am Ende. Es ist mir nicht möglich, für die Zeit dieser Kur eine Pflege für meine Mutter zu ermöglichen, also weiter arbeiten …

    Zur Impfung: Und jetzt sollen wir hart an der Grenze zum >PsychoterrorgenötigtanzubietenaufzunötigenErpressungStraftat< überschritten! Ich weiß das jetzt nicht genau, aber zumindest einige Hersteller dieser Impfstoffe sind an der Börse notiert … Hier geht es einzig um Geld, extreme Mengen von Geld, ohne jegliches Geschäftsrisiko. Denn, die Hersteller werden nicht für Impfschäden haften (müssen). Gerade auch diese Tatsache, dass mehrere und allesamt im Langzeitverhalten unbekannte Impfstoffe in irrsinniger Geschwindigkeit auf den Markt (was Anderes ist es nicht) katapultiert werden, ist etwas, was zum Nachdenken anregen sollte.

    Abschluss: Ich bin kein Impfgegner und gegen das Übliche (Kinderkrankheiten, Hepatitis, Tetanus, FSME) und auch gegen Grippe geimpft. Sie können sich einen dieser Impfstoff gegen „Corona“ injizieren lassen, ich werde das bei mir und Schutzbefohlenen nicht zulassen!

    Uwe Griebsch

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    1. Da bin ich genau der selben Meinung. Ich komme aus der Pflege und arbeite genauso jeden Tag………ich bin selbsständig und betreue meine Klienten wie Angehörige seit 3 Jahren, ohne freien Tag, wenn ich Ersatz finde dann habe ich mal frei…..und finde sehr selten das……der verlässlich ist……weil ich so betreue, als wäre es meine Mutter……es ist nicht einfach so zu pflegen……..Hochachtung und Respekt, für alle, die tagtäglich für Ihre Lieben da sind.

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  6. Abusiv ist Pflege gehäuft dort, wo Krankenhaus- und Altenheim-Manager den Kapitalismus hochhalten und
    Pflegepersonen zur Durchsetzung falscher Motive nötigen.

    Trotz Andersdarstellung ist es nämlich auch heute schwer, den Arbeitsplatz wegen der Missstände am alten zu wechseln; denn schon Bewerbungsschreiben lassen nicht zu, die wahren Motive für einen Arbeitsplatzwechsel darzustellen.

    Ihr Lehrsatz kann sich nicht auf Pflegende im häuslichen Umfeld beziehen, deren Motive für ihre Arbeit Verantwortung und Liebe für Nahestehende sind, die sich in den Techniken weiterbilden und keinen „Lohn“ erwarten dürfen.

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    1. Wer sagt denn, dass das einfach ist? Es ist nicht unmöglich, es geht. Natürlich schreibt man nichts über Missstände beim alten AG in die Bewerbung rein. Wechselgründe sind Thema im Vorstellungsgespräch, und da braucht man eine gute Story. Dafür braucht man erstmal eine Vorstellung von dem, was man selber will. Das funktioniert nicht, wenn man sich nur aufs Wegwollen fokussiert, sondern nur mit einer positiven Vision. Ich weiß, wovon ich rede.

      Was wäre denn die Alternative? Weiter leiden? Nee, dafür ist mir mein Leben und meine Gesundheit zu schade. Und es hat auch was mit Selbstachtung zu tun.

      Und ja, auch im häuslichen Umfeld ist Pflege ohne professionelle Distanz abusiv (muss nicht, aber kann). Auch aus Liebe kann man viel falsch machen. Gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht.

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      1. Es wurde – wie so oft – nicht richtig gelesen bzw. erfasst:
        „Pflege ohne professionelle Distanz ist abusiv“.
        Das „kann“ im Monolog oben signalisiert schon etwas – nicht aber Professionalität im Umgang mit Pflegenden, die sich – etwa Stand Pflegehelferin – fortbilden und sich trotzdem „selbstachten“.

        Oder sind nur die mit akademischem Titel unter den Pflegenden „was“?

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