Corona: was Ihr jetzt statt Klopapier wirklich vorbereiten, besprechen und organisieren könnt. Gerade für die Älteren neben Euch

Beim Einkaufen war es dann auch heute bei uns soweit: Leere Regale. Die Leute shoppen noch immer relativ ausgiebig Trockenvorräte, aber ich befürchte, sie vergessen darüber ein paar wichtige Aspekte und vielleicht denkt Ihr mit und über eurem direktem Umfeld darüber nach.

Besonders Schutzbedürftig sind jetzt gerade ältere Menschen, die nicht unbedingt vor die Tür sollen. Aber meist sind es gerade die, die alleine neben Euch leben. Für Alleinstehende ist es vergleichsweise schwierig, sich zeitgleich mit Daheimbleiben zu schützen und zudem noch den Alltag zu bewältigen. Oft kennen wir den Nachbarn neben uns gar nicht richtig. Vielleicht ist es eine gute Zeit, sich solidarisch zu zeigen und zu fragen, wie man helfen kann. Einfach mal klingeln.

So Ihr selbst nicht in. Quarantäne seid, könnt Ihr durchaus miteinander bereden, welche Hilfe gebraucht wird. Vielleicht könnt Ihr eine Kleinigkeit einkaufen? Vielleicht bestehen aber auch ganz andere Fragen.

Kontakt:

Gerade Ältere sind bei Fieber äußerst vulnerabel. Oft trinken sie gar nicht genügend, und wenn es dann zu Fieber kommt, dann dehydrieren sie vergleichsweise schnell. Manchmal kippen sie dann einfach um. Klärt doch bitte vorsorglich ab, wie im Notfall der Nachbar Hilfe rufen kann. Hat er ein Notfallarmband? Hat er ein schnürloses Telefon, ein Handy gar? Wie könnt Ihr Euch vergewissern, dass alles in Ordnung ist? Vielleicht muss es gar nicht direkter Kontakt sein. Manchmal reicht ein vereinbartes Symbol an der Haustür. Etwas anhängen, das symbolisiert: alles ok. Vielleicht könnt Ihr vereinbaren, das auch Ihr angerufen werden könnt. Am Besten zu festen Zeiten. Meldet sich dann Euer Nachbar nicht, dann seid Ihr schon alarmiert. Ganz oft kommt es vor, dass alte Menschen stürzen und dann tagelang hilfslos daliegen. Das ist ein ganz traumatischer Zustand. Vereinbart, ob Euer Nachbar dran gedacht hat, wie er am Schnellsten an Hilfe kommt. Das entlastet auch emotional ungemein.

Auch einem Pflegedienst eine Notnummer zur Verfügung zu stellen, an die er sich wenden kann, ist hilfreich.

Essen:

Abseits der Frage, ob nun Essen auf Rädern für eine Übergangszeit das Einkaufen erstmal erspart, gibt es auch andere Dinge, die Ihr bereden könnt. Vitamine und Getränke sind wichtig. Fragt nach, ob Ihr für ein paar Tage mitkochen könnt. Vielleicht könnt Ihr Euch so im Mietshaus sogar die Arbeit aufteilen.

Heizen:

In nicht allen Häusern ist eine Zentralheizung Standard. Vielleicht klärt Ihr auch das.

Pflegedienste:

Es ist zu erwarten, dass es zu Engpässen in der Versorgung kommen kann. Sprecht ab, ob jemand aushelfen kann, wenn der ambulante Dienst tatsächlich ausfallen könnte.

Ärzte:

Am Schönsten wäre es natürlich, Ihr könnten Gänge für Rezepte zum Arzt abnehmen. Das erspart den Leuten den Gang in die Wartezimmer, wo sie vielleicht am Ehesten mit Keimen in Kontakt kommen.

Pflegeheime:

Wenn Eure Verwandten im Pflegeheim sind, ist jetzt keine gute Zeit, sie zu besuchen. Einige Heime haben bereits den Besuch eingeschränkt oder untersagt. Das soll Eure Angehörigen schützen. Haltet Euch an die Vorgaben und bestürmt die Leute nicht. Wenn es dringend ist, wird sich sicher ein Weg finden lassen. Aber die Infektionsprophylaxe sollte jetzt vorgehen. Manche Pflegeeinrichtungen sind schon schachmatt, Personal und Bewohner sind infiziert oder in Kontaktisolation. Das wollt Ihr nicht verantworten.

Falls Euch noch etwas einfällt, hinterlasst gerne eine Idee. Gemeinsam sollte das alles hinzukriegen sein.

5 Kommentare zu „Corona: was Ihr jetzt statt Klopapier wirklich vorbereiten, besprechen und organisieren könnt. Gerade für die Älteren neben Euch

  1. Ja Monja – da klingt eine empathische Stimmung quer durch das gedruckte Wort hindurch und lässt den Text verdientermaßen schwingen.

    Spontan fällt mir ein: ich werde beim Quartiersmanagement mich vorstellen und eben diese Möglichkeit anbieten. Und de Vorschlag unterbreiten: seid Broker.

    Case Manager, die auf ein Pool gesammelte und gelistete Ehrenamtliche / Nachbarschaftliche / rüstige Rentner
    Pflegix-Adressen oder freie Professionals zurück zu greifen vermag. Funktionierte ehedem in der Kirche beim Gemeindeschwester. Müsste in der moderne soziale Stadt mindestens genauso zu realisieren und zu finanzieren sein.

    Auf jeden Fall gibt Dein Artikel richtig was her und übermittelt gute Impulse.

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  2. Hallo Frau Schünemann,
    ich habe mir jetzt nicht alles durchgelesen…aber gebe Ihnen grundsätzlich recht…aber…hilft das auch?
    Das Problem liegt auch ein bisschen bei den Pflegenden selbst…arbeiten bis zum Umfallen, statt offen zu meutern…ohne das wird alles bleiben wie es ist…ich kenne jemanden, der sich zum Dienst schleppt, obwohl sie selbst bald ein Pflegefall wird, wenn sie so weiter macht. Der Grund…Zitat „ich kann meine Patienten ja nicht allein lassen“. Obwohl die Personalverantwortlichen vom Gesundheitszustand der Pflegerin wissen, treiben sie diese immer noch mehr an…
    Einfach schrecklich diese Zustände…kaum Zeit…Luft zu holen und Arbeit bis man selbst totkrank ist.

    Ja…es muß was geschehen…aber reden hilft da nicht mehr weiter…

    Nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich das mal so deutlich sage.

    Ich würde mir wünschen es würde sich was ändern…bessere Bezahlung…humane Arbeitsbedingungen…Anerkennung..usw. usw.

    Viele Grüße

    Ein Mensch aus Köln

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    1. Hallo Mensch aus Köln. Ich verstehe das. Das Abstellen auf Berufung und emotionale Ausbeutung sind die Wurzeln des Problems.
      Das hier ist das, was ICH tun kann. Wenigstens laut reden. Meine Waffen sind nur Worte. Aber immerhin das.

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