Vorsicht, Privatpatient! ;)

Ich befürchte, dass die Leute langsam einfach am Rad drehen und nicht verstehen, dass ein Flatscreen keine Pflege ist.

Aber hört selbst. Das ist nicht von mir, aber ich veröffentliche es gerne.

„Seit Jahren poppen diese Privatstationen aus dem Boden. Ein Strohhalm gar, an den sich die Kliniken klammern, denn Privatstationen bringen richtig Geld in das marode System. Dafür werden tausende von Euro ausgegeben, ganze Trakte umgebaut zu Wellnessoasen – weil die Nachfrage da ist. Der Privatpatient von heute möchte, bitteschön, wenn er schon krank ist. das Ganze im Luxus genießen. Dabei ist völlig irrelevant, ob die pflegerische Qualität vorhanden ist. Der Komfort steht im Vordergrund auf der Komfortstation.

Steht das Shampoo an der richtigen Stelle? Kommt das Wahlmenü auch wohltemperiert? Dann wird sich auch bestimmt der Krebs verabschieden. So scheint es ihnen.

Extra geschulte Servicekräfte bevölkern die Stationen und bedienen die Damen und Herren. Pflegerische Leistungen von Fachkräften, die Notfälle verhindern könnten und therapeutisch Leiden lindern? Was sind die schon wert, wenn man sich in den hauseigenen Bademantel kuscheln kann, trist in die XXL-Glotze starren und bedient werden kann?

Während sich also auf den normalen Stationen das Volk von ausgebrannten Pflegekräften versorgen lässt, umschmeicheln Servicekräfte sanft unsere High-Society, die zufrieden sich räkelnd ihren Krebs besiegen.

Und das mit einer Anspruchshaltung, die weit entfernt von eine Wertschätzung für Pflegende ist.

Warum mich das so aufregt? Ich hatte heute eine nette Begegnung mit einem Privatpatienten, der sich echauffierte, dass die Decke, mit der ich ihn im OP zudeckte, eine so schlechte Qualität habe, dass sie „Zitat Seiner nicht würdig sei“.

Was ich erst als Scherz einordnete, entpuppte sich als purer Ernst, denn er erklärte mir, dass er sich nicht in die Klinik begeben hatte, um sich mit (Zitat) „Volk zu umgeben“.

Ich fragte ihn, was er denn meine. „Das kann ich Ihnen sagen. Von Personal wie Ihnen (erbeutete auf mich) habe ich mich freigekauft!“

Das ist sie denn wohl, unsere Zwei-Klassen-Gesellschaft.“

Anmerkung Monja: Dazu gehört entweder Chuzpe oder pure Blödheit, die OP-Nurse, die einen gleich von innen sieht, blöde anzumachen.

2 Kommentare zu „Vorsicht, Privatpatient! ;)

  1. :-O echt jetzt? Sowas hat ein Patient echt von sich gegeben, kurz bevor er operiert wurde?
    Der hat offensichtlich zu viel Geld und verdient es ja nichtmal, von sogenanntem „Volk“ umgeben zu sein.
    Ich hoffe er stirbt alleine ohne liebevolle Menschen um sich rum, so wie es viele nettere Leute leider trotz tollem Charakter + gutem Herzen tun müssen, weil die sogen. „Liebe“ eben nur sehr relativ ist unter Menschen…

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  2. Es ist unglaublich, was sich Privatpatienten alles rausnehmen. Sprüche wie „Ich bin Privatpatient!“ kommentiere ich gelassen mit einem „Macht nix, wir helfen ihnen trotzdem“
    Werden sie persönlich und gehen unter die Gürtellinie werde ich auch deutlicher und direkt! Keiner muss sich so behandeln lassen und nach 30 Jahren im Beruf, erlaube ich mir dieses auch deutlich zu zeigen bzw. zu sagen!
    Schlimm ist nur, dass dieses Patientenklientel meint, mit ihrer goldenen AOK-Karte jeden und alles kaufen zu können. Zudem wird ja auch von Klinik- und Ärzteseite ein Geschiss um diese Leute gemacht, das widerlich ist.
    Denn dies ist klar, Krebs, Infarkte, Demenz etc. Scheren sich einen Dreck um den Versichertenstatus!

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