Heil Spahn, DBfK, Pflegenetzwerk und Kammer! Die Todgeweihten grüßen Euch! – Verheldet, verhöhnt, verlassen.

Sueton übeliefert in seinen Kaiserviten die Geschichte von 19.000 Sträflingen. Im Jahr 52 n Chr. soll Kaiser Claudius einen Kanal haben bauen lassen. Um diesen einzuweihen, mussten die Sträflinge eine gestellte Seeschlacht schlagen. Als sie antraten, sollen sie den Kaiser gegrüßt haben: „Ave, Imperator! Morituri te salutant!“ ( Heil, Kaiser, die Todgeweihten grüßen Dich), worauf der Kaiser selbst geantwortet haben soll: „Aut non“ (Oder auch nicht), denn einige würden die Seeschlacht ja überleben. Wer von ihnen, war allerdings ziemlich offen.

Offen ist auch, wie es ohne Isomaterial für die Pflege weitergeht. Was aber feststeht ist, dass dem Problem durch Ignorieren der Pflegenden selbst begegnet wird. Pflege, das lässt ich derzeit am Wording sehr schön beobachten, wird nicht als Teil der Gesellschaft begriffen. Pflege, das sind andere. Andere, die nicht dazugehören, die abgegrenzt werden. Die, die kämpfen sollen, während man selber zuschaut. Schon auf den Balkonen, die jeden Abend um 21:00 klatschen, stehen nicht die, die unten auf den Straßen jetzt in die Kliniken und Heime einziehen. Und ohne Isomaterial wird diese Schlacht, die von Anfang an militärischer Sprache ausgesetzt war, immer mehr zu einem irren Gladiatorenkampf, bei dem andere nur zusehen. (Wenngleich die 19.000 auch keine Gladiatoren waren).

So spricht das Pflegenetzwerk-Deutschland auf seiner Homepage dann auch zur Begrüßung folgenden Satz: „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Pflegekräfte“

Was darf Satire?

Nun muss man wissen, dass das nicht von ungefähr kommt, denn die Anredeformel in Briefen und Ansprachen folgt seit Jahrhunderten bestimmten Regeln, die aus der Briefstillehre der päpstlichen Kurie hervorgingen. Es hat seinen durchweg hierarchischen Grund, wie Anreden aufgebaut sind. Gerade, wer in der öffentlichen Kommunikation arbeitet, dem ist das vollends bewusst. Dafür gibt es Kommunikationswissenschaftler. Nichts ist Zufall oder Unfall. Alles ist Absicht. Während es also im Pflegenetzwerk die sehr geehrten Damen und Herren der klassischen Anrede gibt, also Menschen, die sehr geehrt sind, gibt es eine Ebene, die hierarchisch weiter unter diesen sehr geehrten Menschen steht: die lieben Pflegekräfte. Nicht nur, dass die als „lieb“ geframed werden, nein, dieses plumpe, vertrauliche lieb soll eine Nähe verdeutlichen und zeitgleich ausgrenzen. Historisch Interessierte kennen die Legende der Rede des Bundespräsidenten Heinrich Lübkes, der bei einem Staatsbesuch in Afrika eröffnet haben soll mit : „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe N*“. Schon zu seiner Amtszeit galt das als vollends am Ziel vorbeigeschossene Kommunikatiossstrategie. Wenngleich das Zitat bis heute nicht belegt ist, zog es seinen Witz daraus, dass die Hauptakteure (hier die Bewohner Afrikas) eben nicht zu den sehr geehrten Damen und Herren gehörten und sich als rassistisch diskriminiert ansehen mussten. „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Pflegekräfte“ ist in diesem Kontext nicht weit davon entfernt. Wenngleich sich hier Rassismus ausschliesst (und auch über Rassismus an Pflegekräften, die seit ewigen Zeiten bunt sind, müsste man eigentlich endlich reden), so gehören sie als Hauptakteure der Kampagne eindeutig nicht dazu.

Nicht anders verfährt der DBfK.

Im Berufsverband ist die/der einzelne Pflegekraft Mitglied. Sie zahlt dafür persönliche Mitgliedsbeiträge und möchte sich persönlich, zusammen mit ihrem Beruf, vertreten sehen. Doch diesen Auftrag hat der Berufsverband längst vergessen, so scheint es. Da spricht der Verband von Heimen, die jetzt Isomaterial bräuchten. Nein, die HEIME brauchen die nicht. Die HEIME sind Institutionen, meinetwegen auch Häuser. Die brauchen keinen Schutz. Die Mitarbeiter brauchen den. Statt nun auf die Situation der Pflegenden zu verweisen, betonte Carola Stenzel-Maubach „wie wichtig jetzt die Schutzausrüstung dort ist. Es geht um die Hochrisikogruppe – diese Patientinnen und Bewohnerinnen könnten bei nicht ausreichendem Schutz die Krankenhäuser fluten.“ NEIN! Die Schutzausrüstung ist wichtig, weil die MITAREITER geschützt werden müssen, um nicht im Endeffekt Bewohner anzustecken oder – genauso schlimm – Sich selbst anzustecken. Dann nämlich bräche die Pflege im Land komplett zusammen. Als zahlendes Mitglied erwartete ich mir schon, dass es um MEINE Interessen ginge. Den Häusern und Patienten selbst mangelt es nämlich nicht an Stimme und Lobby. Da gibt es Arbeitgeberverbände und Patientensprecher. Vom Schutz der Pflegenden im Berufsverband der Pflegenden kein Wort? Sorry, das ist weird.

Es zeigt aber auch, dass die Basis schon lange nicht mehr Teil des Gedankengeschehens der Verbände ist. Oder, und das wäre schlimmer, dass an dieser Position Menschen sitzen, die Kommunikation nicht beherrschen und selbst noch so von den Institutionen eingenommen sind, dass sie weder Fairmedia noch Außenkommunikation beherrschen. Dann allerdings, sind sie selbst ansatzweise nicht für diese Position geeignet. Denn dann, das muss man ja auch mal sagen, gelingt ihnen das Sichtbarmachen der eigenen Basis nicht, sondern alles wird abgestellt auf die Bedürfnisse der Patienten. Dass Pflegepersonal derzeit nur bekommt, wer Personalpflege betreibt, das hat sich dann in die Einrichtungen nicht durchdekliniert, weil es nicht erkannt wurde. Das wäre allerdings die peinlichste Botschaft ever, ever. Wie streng derzeit gerade das Wording wahrgenommen wird, zeigt der Fall des Geschäftsführers, der fand, wer in der Pflege Geld verdienen wolle, solle einen Chefarzt heiraten. Keine Konsequenzen hingegen sind hier zu befürchten. Die Mitglieder haben in weiten Teilen einfach resigniert. Wie auch anders, wenn sich der DBfK beteiligt an Aktionen, die „Schluss mit der Polemik!“ fordern, wenn Pflegende für sich Isomaterial und Gefahrenzulagen fordern, was Menschen wie Arne Evers nicht gern sehen. Wer DAS unterstützt, der hat das alles längst vergessen.

Dann wird selbst der Berufsverband nur zum interpassiven Zuschauer am Spektakel der kämpfenden Pflegenden, zum Kommentator des Spiels auf Leben und Tod von der Zuschauertribüne aus. „Sehen Sie hier in der ersten Reihe Schwester Erna, sehen Sie, wie Ihre Maske tropft. Vielleicht wird sie sterben. Aut non. Oder nicht!“

Kammer: Die neue Marie-Antoinette

Wer nun hofft, wenigstens die Kammern würden sich anders verhalten, der irrt. Gerade beim Thema Isomaterial ist das Wording unerträglich. Da kein Isomaterial vorhanden ist, solle man einfach die Empfehlungen des RKI nochmals gründlich lesen. Ah ja. Kein Wort davon, dass man sich vor die Mitglieder stelle, keine Rüge an die verfehlte Politik. Stattdessen Tipps, wie man Einmalmaterial nochmals verwenden könne. Wer damit die Last des nicht vorhandenen Materials aufgebrummt bekommt? Die Basis. Frei nach dem Motto: „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen!“ (ein Satz, den Marie-Antoinette nie sagte), wird hier gesagt: „Wenn Sie kein Isomaterial haben, sollen sie doch die RKI Richtlinien lesen!“ Was darf Satire? Und das geschieht zu Zeiten, wo die Arbeitgeber längst nicht mehr anhand der Empfehlungen arbeiten, wo selbstgenähte Tücher zum Einsatz kommen. Was sollen die Leute mit den Richtlinien ohne Material machen?? Sich vors Gesicht halten beim Lesen und beten???

Ein Lied

Es geht aber noch ferner ab von Allem. So twitterte gestern Abend Jens Spahn, er bedanke sich mit einem Lied des Rias Kammerchors bei allen in medizinischen Berufen.

Verschon uns, Gott, mit Strafen

„Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen. Und unsern Nachbarn auch“ Da sind Pflegende draußen, die verzweifelt nicht mehr wissen, wie sie sich, ihre Kinder und ihre Patienten schützen sollen. Die bereits gestraft wurden mit Aussetzung der PPUG, der Arbeitszeitgesetze, der Abschaffung der Arbeitsschutzrichtlinien, die sich kasernieren lassen müssen. Zwangsrekrutierungen drohen. Und Jens Spahn lässt singen. „Verschon uns Gott mit Strafen!“???? Wer hat da heimlich die Leitung des BMG übernommen? Ist Jan Böhmermann ins Ministerium gegangen und hat getwittert? Ein übler Scherz Claus von Wagners? Nein, das ist das BMG selbst, das kaltschnäuzig, ohne jede Rücksicht auf die, die den Kampf kämpfen schon das Requiem abspielen lassen, Aut non. Oder eben nicht. Das ist der persönliche Abgesang einer verfehlten Materialvorhaltung. Was bleibt? Ein Lied zum Trost. Es muss sehr ernst sein. Diesmal gab es nichtmal die obligatorische Schachtel Merci. Jemand schrieb wütend darunter: „Nie habe ich mir mehr gewünscht, dass es einen Gott gibt, der sich gut merkt, dass Sie Menschen, die ohne angemessene Schutzausrüstung an die Coronafront schicken, mit einem LIED bedenken!“ Eine Entschuldigung? Gab es nicht. Es gab ja schon ein Lied.

Im zwölfköpfigen Gremium zur „größten Bewährungsprobe der Geschichte in Deutschland“ sitzt Pflege nicht. Aber Armin Laschet. Und wie sicher der Isomaterial einsetzt, durften sich alle bei „Die Welt“ anschauen. Die Angelegenheit war so peinlich, dass der MP sich Zeit nahm, um nochmal ein Video mit der richtigen Handhabung zu drehen. Dafür ist Zeit? Und für ein Lied?

Kann es auch nicht

Die Todgeweihten grüßen Euch also. Danke. für nichts.

Show Us, You Care! Beweisen Sie, dass SIE Pflege schützen!

Mittlerweile wäre es eine lange Liste, aufzuzeigen, welche Einschneidenden alleine die letzten Tage für den Pflegeberuf nach sich gezogen haben. Eine Liste aller Nachteile, die sich hinter dem Begriff „Systemrelevanz“ verbergen.

Änderung des Arbeitszeitgesetzes, Aussetzen der Personaluntergrenzen, zu wenig Material, um sich selbst zu schützen, erweiterte Quarantäne (= positiv getestet weiterarbeiten), Kinder in Gruppen unterbringen müssen, Kurzarbeit, Urlaubssperre, weitere Überstunden. Kein Schutz gefährdeter Personen aus dem Beruf. Um nur die Heftigsten zu nennen. Und bei dieser Liste ist das geplante Gesetz zur Rekrutierung ehemaliger Pflegender noch nicht gelistet.

Das Paket der Maßnahmen wird allein auf dem Rücken der Profession getragen und bislang lässt sich nicht erkennen, dass auch nur ansatzweise über ein Entgegenkommen des Staates nachgedacht wird. Während andere Länder Unsummen zahlen, wenn sich eine Pflegende bereiterklärt, Covid-Patienten zu behandeln, redet Deutschland noch immer vom Händchenhalten. Jetzt sei nicht der Zeitpunkt, um über Geld zu reden. Wir sind uns einig, dass Sie uns danach die Rezession unter die Nase halten und empört sagen waren: „Wie können Sie jetzt mit Forderungen kommen, wo es dem Land so schlecht geht?“. Empirik formte diese Ansicht.

Aber tatsächlich ist das nicht alles, was für Pflegende getan werden kann. Im Gegenteil. Es kann nicht sein, dass alleine Pflegende jetzt Sorge tragen – im wahrsten Sinne des Wortes – müssen. Auch die Gesellschaft, also die Politik, muss nun Zeichen setzen, dass sie bereit ist, den unfassbaren Forderungen an den Berufsstand Sorge zu tragen und – im wahrsten Sinne – für ihn zu sorgen. Show us, you care!

Nachfolgend also einige Impulse, wie das Paket zu Lasten der Profession wieder in eine etwas balancierter Position kommen kann.

Mental Health: Jetzt schon vorbeugen. Better Safe than Sorry!

Bereits vor Corona war Pflege psychischen Erkrankungen und der Gefahr, an ihnen zu erkranken, ausgesetzt. Das, was in den kommenden Wochen und Monaten erwartet wird, wird seine Folgen haben. Nicht allein die Angst um das eigene Leben beim Arbeiten unter mangelhafter Schutzausrüstung, sondern insbesondere die Sorge, die eigenen Kinder, die Familie anstecken zu können, nimmt Pflegende unfassbar mit. Dazu kommen noch die Belastung durch die prolongierten Schichten von 8 Stunden auf 12 Stunden und die verkürzten Ruhezeiten, sowie die jetzt schon (oder immer noch) stattfindenden Auseinandersetzungen mit aggressiven Angehörigen, die sich den Regeln widersetzen. All das geschieht unter höchstem ethisch-moralischen Druck. All das bedeutet Stress. Stress und Erleben, das sich nachteilig auswirkt. Es besteht ganz klar die Gefahr, dass Pflegende nicht allein auskühlen , ausbrennen, sondern auch weiter Depressionen entwickeln und schlimmstenfalls ein posttraumatisches Stresssysndrom entwickeln.

Wie in jedem Katastropheneinsatz kann Pflege nun erwarten, dass in ihren Kliniken Seelsorgeteams zum Einsatz kommen, die die mentale Gesundheit der Einzelnen im Auge behalten. Es muss Ansprechsstellen, notfalls Hotline geben, an die Pflegende sich wenden können. Das unfassbare Erleben kann nicht einfach daheim verarbeitet werden. Hier muss von vornherein Gesundheitsprävention allein der Pflegenden und für Pflegende im Vordergrund stehen, wenn diese nach und innerhalb der Krise nicht erkranken sollen. Es nutzt niemandem, wenn jetzt knapp 1 Million Pflegende durchhalten und danach zusammenklappen. Schützen Sie sie, anstatt später „tut uns leid zu sagen“.

Zu dieser Maßnahme gehört es an sich selbstredend, dass für eine gewisse Zeit danach die zumeist knappen Therapieangebote vorzugsweise an diejenigen vergeben werden, die nun in der Krise an vorderster Front stehen.

Berufsunfähigkeit

Es muss sichergestellt werden, dass diejenigen, die heute unter diesen Bedingungen die Bevölkerung versorgen, im Falle einer dadurch sich manifestierenden Berufsunfähigkeit nicht noch zusätzlich monetär bestraft werden. Garantieren Sie, dass in einem solchen Fall nicht allein die viel zu knapp bemessene BU greifen wird. Es kann und darf nicht im Raum stehen, nach Beendigung dieser Einsätze als Covid-Hungerveteran das weitere Leben zu führen. Garantieren Sie in solchen Fällen den letzten Mindestnettolohn.

Überstunden

Schon jetzt sind die Meisten der Pflege mit horrenden Überstunden überhaupt in die Krise gestartet. Überstunden, die nie ausgeglichen werden konnten, weil dafür das Personal fehlte. Und zum Bezahlen das Geld. Machen Sie sich Gedanken, wie die weiteren Plusstunden in Freizeit ausgeglichen werden können. Es steht zu befürchten, dass bei weiteren Ausfällen von Personal nach Wiederaufnahme des Regelklinikbetriebs das alte Argument „jetzt gerade nicht!“ dazu dienen wird, die Plusstunden bis ins Unendliche zu ziehen. Legen Sie einen Plan vor, die Fallzahlen soweit zu senken, dass der Abbau von jetzt erworbenen Plusstunden garantiert wird. Ob die Pflege dann jeweils „Geld oder Zeit“ wählen wird, sollte dabei dem einzelnen Mitarbeiter überlassen werden.

Isomaterial

Die weitere Ausdünnung der RKI Empfehlungen darf nicht hingenommen werden. Schon jetzt müssen Mitarbeiter ohne Material arbeiten. Nehmen Sie solche Arbeitgeber in die Pflicht. Es kann nicht Sorge des einzelnen Mitarbeiters sein, wie er an Schutzausrüstungen kommt. Die Pflegedienste sind Wirtschaftsbetriebe. Sie haben sich um das Material zu kümmern. Das Einfordern, ohne Schutzausrüstung Patienten betreuen zu müssen, darf nicht geschehen. Die Konsequenzen müssen klar auf der Hand liegen. Und zwar nicht die Konsequenzen für den Arbeitnehmer. Die Gesellschaft und die Dienste möchten etwas vom Einzelnen. Die Forderung der Krankenhausgesellschaften, dann eben ohne Material arbeiten gehen zu müssen, gefährden zwei Leben: das der Patienten und das der Mitarbeiter. Das ist gegen das Recht auf Unversehrtheit! Das ist gegen die Verfassung. Das ist vorsätzliche Körperverletzung.

Gefahrenzulagen

Die derzeitige Infektionszulage von knapp 50 Euro brutto ist ein Witz unter diesen Bedingungen, denn die Bestimmungen gingen davon aus, dass PSA bereitgestellt sei und es sich lediglich um eine erschwerte Versorgung handele. Das ist hier aber nicht der Fall. Roundabout zwischen 25-30 Euro mehr für das Gefährden des eigenen Lebens ist definitiv zu wenig.

Mitwirkungspflicht Angehörige/Patienten

Krise ist nicht nur Angelegenheit der medizinischen Berufe. Schon unter Metoo wurde klar, dass Pflegenden kaum strafrechtlich relevanter Schutz zugebilligt wurde. Die Berichte darüber, dass Gewalt an Pflegenden fast zur Regel geworden ist, Rettungsassistenten und Pflege bedroht, bespuckt und geschlagen wird, sind gemeinhin bekannt. Auch unter Corona hat das nicht zu einer vermehrten Einsicht bei allen geführt. Noch immer stürmen Besucher mit Gewalt Stationen, versammeln sich Gruppen um Assistenten und gefährden die Behandelnden. Hier muss eine eindeutige strafrechtliche Regelung her, die die Behandeln endlich schützt. Es kann nicht sein, dass Patienten sich noch mit Angehörigen in Parks getroffen haben und so das Leben Pflegender gefährden. So, wie jetzt nicht die Zeit sei, über Geld zu reden, MUSS jetzt die Zeit sein, um über solche Übergriffe zu reden. Dazu gehört auch, den Pflegenden unter den gegebenen Umständen die Zeit zur Patientenbehandlung zu lassen. Es kann nicht sein, dass nun stundenlang an Pforten und an Telefonen Sturm geklingelt wird und die Häuser belagert.

Sorgen Sie für Sprechstunden der Pflegenden und für deren zeitliche Ressourcen, mit Angehörigen zu sprechen. Aber ahnden Sie Übergriffe auf Stationen und im Rettungsdienst.

Solidarität ist keine Einbahnstraße!

Fairmedia für Pflegende! Weshalb die Medien eine besondere Verantwortung in der Krise haben. „Ich bin nicht Euer fehlendes Bett!“

In den letzten Jahren reden wir zurecht immer wieder in allen Bereichen des Lebens über das wording, also die Frage, wie man etwas sagt, wie man etwas darstellt und zeigt. Diese Frage stellt man sich zurecht, denn Sprache schafft Wirklichkeit.

Es wird Zeit, dass nun die Medien diese Verantwortung auch für den Pflegeberuf mittragen. Einen Beruf, den noch immer 83%-86% Frauen ausführen und begreifen, dass sie mit ihrer Sprache einen erhebliche Mitschuld am Bild von Pflegenden haben. Daran, dass diese Arbeit nicht gesehen, missverstanden wird, niedliche Zuschreibungen das Bild prägen, statt die Realität.

In allen TV-Beiträgen, in fast allen Zeitungsartikeln ist das, was die Redakteure vornehmlich beschäftigt: „Haben wir genug Betten?“. Ich versichere Ihnen, wir haben eine extrem hohe Anzahl an Betten. Sie stehen in Bettenzentralen. Aber Sie meinen gar keine Betten, sondern die Frage, die Sie eigentlich stellen wollen: Haben wir genug Pflegepersonal, das Intensivpatienten in einer hochkomplexen Apparatemedizin sicher und kompetent betreuen kann? Das ist eine völlig andere Liga als die Frage nach dem Bett. Ich bin nicht Euer fehlendes Bett. Ich bin kein Ding, keine Masse, kein Gerät. Nicht tot.

Intensivkrankenpflege ist hochkomplex. Sie lernt sich nicht einfach so, das Beatmen und das Lesen der Monitore und Parameter ist schwer. Eine Kommunikation auf Leben und Tod über eine Matrix. Den Monitor. Eine Sprache, die nur sehr, sehr wenige beherrschen. Doch, und das muss sich die Gesellschaft eingestehen, sie wissen eigentlich gar nichts von den Aufgaben, die Intensivpflege dort leistet. Im Hinterkopf geistert Waschen, dabeistehen, lächeln, dem Arzt helfen in den Köpfen herum. Dass Pflege insbesonders auf den sensiblen Bereichen eigenständige, hochverantwortungsvolle Aufgaben macht, wird bei der Frage nach dem Bett völlig negiert.

Das diskriminiert, das grenzt aus, das macht unsichtbar. Das ist nicht förderlich für das Bild, das die Gesellschaft von Pflege hat. Und an dem sind Medien beteiligt.

„Sie sind gar nicht der Arzt?“

Wie schwer die Einordnung der Personen auf Intensivstationen und Funktionsbereichen ist, hat jede Pflegekraft dort schon erlebt, wenn sie Medikamente gibt, reanimiert, Dialysen fährt. Im Bewusstsein der Gesellschaft sind das ärztliche Aufgaben. Doch dem ist nicht so. Jeder wurde dort bereits einmal gefragt. „Ach sie sind gar nicht der Arzt?“. Das ist beschämend. Das entwertet.

Pflege wird geframed als aufopferungsvoller Empathiejob. Das ist er nicht. Niemand dieser Tage möchte sich und seine Familie als Alltagsheld opfern. Die Pflegenden in den Kliniken sind bereit, phantastische Arbeit weit über den Grenzen der Möglichkeiten zu leisten und die Bevölkerung zu schützen. Das machen sie nicht mit Händchenhalten und Liebe. Das machen sie mit Wissen.

Peinlich, wenn dann Medien zulassen dass da Politiker von der tröstenden, händchenhaltenden Schwester reden. Ein verantwortungsvolles Blatt dieser Tage durfte das gar nicht drucken, denn die Selbstoffenbarung ist zweierlei: Weder der Politiker noch die Presse haben Ahnung, wovon sie da reden. Das ist umso peinlicher, wenn alle nach etwas rufen (Pflegende), von dem sie nichts verstehen. Wie unsichtbar muss diese Arbeit eigentlich sein?

Berufsbezeichnungen

Kommt die Frage nach Pflege auf, dann wird gerne mit Zahlen hantiert. Dann werden Pflegende gezählt. Dass es aber verschiedene Kompetenzen und Zuständigkeiten gibt, interessiert an diesem Punkt niemanden. Altenpflege ist keine Intensivpflege. Intensivpflege ist keine Altenpflege. Betreuung ist keine Assistenz.

Ich selbst war in den letzten Tagen in der Presse: Pflegerin, Krankenpflegerin. Nicht ein Blatt hat sich für die Berufsbezeichnungen interessiert. Als hätte ich nicht Examen und Zusatzscheine gemacht, als sei mein Studium inexistent! Was muss ich noch studieren, leisten und bewegen, welche Bücher muss ich noch schreiben, bevor ich mehr bin, als everybodies popowischendes Liebchen, das sich mit Vornamen ungefragt anreden lassen muss? „Die Monja hat Tipps“ – gehts noch?

Es gibt bis 2004 Krankenschwestern

Es gibt Kinderkrankenschwestern, Altenpfleger, Fachkrankenschwester, Gesundheits- und Krankenpflger*innen, Krankenpfleger, Altenpfleger, Fachpflegekräfte, Bachelor of Science, Master of Science in Nursing und 50 weitere Studiengänge.

Die haben wir bestanden. ICH WILL GEFÄLLIGST SO GENANNT WERDEN! Das steht mir zu!

Es ist das Mindeste, hier nicht wieder Unsichtbarkeit einer Leistung, eines Wissens unter dem „Pflegerin“ zu subsumieren, das alles sein kann. Aber nichts mit Wissen. Das ist schlicht nicht fair.
Weshalb kann man jede Gruppe gezielt ansprechen, aber Pflege ist davon ausgenommen?

Ich möchte auch nicht mit meinem Vornamen, wie geschehen, in irgendwelchen Blättern erscheinen. Mein Vorname ist das Privileg meiner Familie und Freunde, mich so zu nennen. Die anderen haben nicht mit mir im Sandkasten gespielt. Der Respekt, ein einfacher Respekt, gebiert doch, Menschen bei Ihrem Nachnamen zu nennen. Seit 20 Jahren.

Es gibt keine Schwestern !

Es gibt keine Schwestern. Das ist kein Titel. Schwester kommt aus dem klösterlichen Bezug. Diese Zeiten der Klostermedizin sind lange vorbei. Aber noch immer, weil das Wording unverändert ist, ist es die Basis des Ansehens als entweder verruchtes sexualisiertes Wesen, als Ersatzmutter, auf die jeder etwas projizieren kann. Meine Patienten sind nicht meine Familie. Ich sorge nicht für sie. Ich pflege sie nach wissenschaftlichen Kriterien.

Pflege ist krank. Das belegen die Gesundheitsreporte. Pflege ist emotional ausgekühlt und ausgebrannt. Weshalb also sollte ich mir nun über den Aufbau eines gesellschaftlichen Bildes dem niemand entsprechen möchte, ein Label aufdrücken lassen, das mit dem professionellen Beruf nichts zu tun hat? Das Aufgeben der professionellen Distanz war für alle der erste Schritt in die eigene Erkrankung. Das Labeln als emotionales schwarzes Loch der Bedürfnisse hat seinen Teil dazu beigetragen. Und spätestens da sollte sich Fairmedia und Pflege begegnen. Denn das sind psychische Erkrankungen, die sie verniedlichen, wenn Sie weiterhin das Label der „macht irgendwas mit Händchenhalten“ Pflege bemühen. Das kann nicht richtig sein.

Fairmedia für Pflege also.

Wahre Berufsbezeichnung.

Wahre Berufskompetenzen.

Wahre Selbstbilder.

Auch das gehört dazu.

Was soll nur aus dem Service werden? (Schwarzer Humor)

Seitdem bei einer der ersten Sitzungen des RKI gefragt wurde, ob denn der SERVICE (gemeint war die professionelle Krankenpflege) aufrechterhalten werden kann, sorge ich mich ja insgeheim auch um den Service.

Mich persönlich hat immer zutiefst befremdet, wie ein Großteil der Kunden/Patienten mit den Ressourcen eines Mangelberufes umgeht. Ich kenne eigentlich aus meinen PDL Kursen nicht eine Kollegin, die nicht vor folgendem Problem gestanden hätte: Der Leistungskomplex XYZ wurde eingekauft (möglichst günstig natürlich), aber natürlich, wenn man denn schon da wäre, es sei ja der selbe Weg, solle man:

  • den Müll mit runternehmen
  • die Zeitung holen
  • die Brötchen mitbringen

und zwar als Serviceleistung! Da bemühte man also dreijährig examinierte Menschen, um für 0,99 oder am Besten natürlich als SGB V Leistung, Zusatzleistungen dazuzuschnorren, als sei man auf dem Basar. Und dazu noch pflegefremde Tätigkeiten. Da hat sich grundsätzlich niemand für geschämt. Stundenlange Gespräche, weshalb man keine Leistung umsonst bekommen könne, haben Stunden an Ressourcen studierter Pflegemanager gekostet. Und WEHE, der Dienst hat das verneint. (Eine meiner Kolleginnen musste daheim für eine Patientin Brot backen, weil ihr das in der Klinik nicht schmeckte! Umsonst natürlich!)

Ich kann verstehen, dass nun alle in Sorge sind, wenn mehr Personal in den Kliniken gebunden sein wird, was denn aus den schönen Serviceleistungen wurde. Da fällt so manchem ja quasi die Dienstmagd aus. (Nicht umsonst ist da der Sprech von „meine Polin ist weg!!“, was ziemlich ekelhaft ist). Ich persönlich habe nie verstanden, weshalb Pflege das so macht. Ich gehe ja auch nicht zum Bäcker, bestelle 4 Brötchen und mache dann stundenlang ein riesiges Fass auf, dass man mir nicht 6 Brötchen gibt. Oder wenigstens noch n Keks. Oder n halbes Brot. Oder…

Vielleicht erwächst aus der Krise eine Chance, endlich einen professionellen Blick auf eine Profession zu bekommen. Das würde die Frage der pflegerischen Wertschätzung weit vorantreiben. (In einer Radiosendung mahnte jemand, dem „seine Polin“ weggelaufen sei, es gäbe zwar ambulante Dienste, aber da müsse man HÖFLICH SEIN <- kein Scherz! ja, das ist natürlich viel verlangt).

Aber vielleicht auch nicht. Man weiß ja nie. Deshalb finde ich, wir sollten uns vorsorglich Gedanken machen, wie wir nur den SERVICE aufrechterhalten können. Kein Service in der Krise? Das muss nicht sein ;-)))

  • 12 Stunden Dienst. Das ist nicht belastend, das ist eine Möglichkeit, die aber für die Patienten der ambulanten Versorgung auch anstrengend wird. Drücken Sie doch morgens um 04:30 einfach der zum Dienst gehenden Schwester die Mülltüte in die Hand. Immerhin ist die privilegiert und darf raus. Da kann sie schon mal was leisten.
  • Da rufen die Pflegenden immer nach Ruhephasen. Da geht doch was. Wer kennt es nicht, dass sie sagen, sie mögen nach 12 Stunden einfach mal Ruhe und nicht immer rennen? Drücken sie ihr einfach 5 Euro in die Hand und lassen sie die Intensivschwester Ihres Vertrauens sich mal zwei Stunden nach Klopapier anstellen. Da kann sie sich ausruhen. Endlich kein Gerenne mehr.
  • Nun beatmet die den ganzen Tag. Hat man davon schon gehört? Und die Firma Dyson hat sogar ein Beatmungsgerät hergestellt! Unverschämt, dass die nicht informiert haben dass sie sich mit Geräten auskennen, die Luft einsaugen und auspusten! Geben Sie der Intensivschwester Ihres Vertrauens doch mal Ihren Wohnzimmerteppich mit. Den kann sie mit dem Dyson gleich mal ordentlich absaugen und durchpusten. Dyson ist Dyson. Wahlweise kann sie natürlich auch die Dachrinne putzen.
  • Wenn die schon sowieso jeden Tag ihren Mundschutz zuhause auskochen muss, dann kann sie gleich die Kochwäsche mitmachen. Am Besten im Kochtopf. Mit einem Holzlöffel. Das lohnt ja sonst gar nicht, immer nur die kleinen Mengen. Und bügeln natürlich.

Kein Service in der Krise? Muss nicht sein! Man will ja was haben für den Applaus.

Übrigens die rufen nun auch die ganzen Rentner rein! Auch die alten Ärzte. Wenn demnächst der Bundestag in den Sitzungen leer ist: Das sind die ganzen Ärzte, die jetzt als gutes Beispiel zurück in die Kliniken gegangen sind. Pfleger Westerfellhaus bringt Ihnen nun auch Brötchen mit. Der ist a ganz emphatisch.

Pazienti affetti dalla malattia virale COVID-19 e la polmonite: bloccare i contatti e prevenzione come modo di “appiattire la curva” dei contagi?

L’infezione causata dal COVID-19 presenta nelle sue manifestazioni più gravi sostanzialmente gli stessi sintomi: si tratta di una polmonite acuta di entrambi i polmoni. Le complicazioni polmonari sono così gravi che l’organo non è più in grado di ricevere una quantità sufficiente d’aria. Il paziente deve essere ventilato. I problemi creati dalla polmonite, anche se non quella causata da questo virus, sono ben noti nell’ambito dell’assistenza infermieristica, cosicché uno dei programmi di profilassi dell’assistenza infermieristica è basato interamente sulla prevenzione della polmonite. Una delle difficoltà portate dalla pandemia consiste nel fatto che noi infermieri non possiamo scambiare informazioni a livello internazionale. In tempi di crisi parlano medici, politici e virologi. Lo scambio è garantito attraverso i relativi organi.

Ma dato che l’assistenza infermieristica non fa parte di questo circolo, non è possibile né lo scambio internazionale né lo scambio interdisciplinare. Quindi non riceviamo attualmente informazioni che riguardano la mobilitazione della secrezione polmonare (espettorazione). Questo è deplorevole, ma purtroppo non siamo considerati così importanti per partecipare al discorso e per portarlo avanti. Quindi valutando la questione siamo arrivati alla seguente considerazione: è sorprendente che proprio il gruppo dei pazienti a rischio, cioè i più anziani, sembri soffrire dei decorsi più gravi. Ed è proprio questo gruppo che non ci è sconosciuto nel nostro lavoro, dato che si tratta appunto dello stesso a cui prestiamo particolare attenzione nella prevenzione della polmonite. Ciò è dovuto al fatto che, soprattutto nel caso di malattie che influenzano lo stato di salute generale (= non ci si sentebene), si presentano vari fattori che possono far sì che si manifesti la polmonite (pneumonia). I malati non si sollevano più dal letto, molti bevono troppo poco, il catarro si accumula, non viene più espettorato e crea l’infiammazione dei polmoni.

Per quanto riguarda i pazienti con il COVID-19 è pensabile che non siano state applicate prevenzioni elementari, dato che l’assistenza infermieristica di questo tipo -al di là di coloro che hanno questa specializzazione- è poco conosciuta. Pertanto, per le persone positive al coronavirus, abbiamo i seguenti consigli che si possono eseguire da soli e potrebbero eventualmente prevenire l’infiammazione dei polmoni. Se aiuta? Non lo sappiamo, ma non sono né dannosi né assurdi.

1. Bisogna alzarsi e non stare distesi sul letto come si usa fare quando si ha un raffreddore.

2. Se la patologia, anche solo approssimativamente, consente, bisogna cercare di rimanere seduti con la parte superiore del corpo in posizione eretta, con un angolo di declinazione minimo di 30 gradi.

3. Alzare le braccia più volte al giorno per allargare i polmoni.

4. Inspirare ed espirare profondamente.

5. Provare a tossire; il catarro può essere espettorato solo se si ha bevuto abbastanza.

6. Se il medico non ha prescritto una quantità definita di bevande, si prega di bere a sufficienza affinché i polmoni possano produrre della secrezione (catarro). Se i polmoni non ci riescono, il catarro si addensa e non si riesce più ade spettorarlo. Si beva bevande analcoliche.

7. Se si trovasse da qualche parte ancora un vecchio „spirometro“ sarebbe il momento migliore per usarlo e questo significa almeno una volta all’ora. Si prega di tenerlo fuori dalla portata di altre persone dato che i germi dell’aria espirata si depositano sul boccaglio e sull’apparecchio stesso. Se non si possiede un tale dispositivo si può soffiare dentro cannucce o palloncini, quest’ultimi gonfiandoli uno all’ora. Si prega di tenere anche le cannucce e i palloncini lontani da altre persone, dato che anche lì sono presenti i germi.

spirometro, Source: Wiki

8. Anche se è molto stancante bisogna gonfiare lo stesso palloncino ogni ora, questo impedisce l’atelettasia polmonare (mancata distensione polmonare).

9. Andare alla finestra! L’aria fresca è importante e la stanza va ventilata. Il credere che ci si ammala di polmonite con il freddo è una sciocchezza. I polmoni hanno BISOGNO d’aria fresca e nemmeno la corrente d’aria fa ammalare. Ogni boccata d’aria aiuta e previene.

10. Non bisogna assumere farmaci per la tosse. La tosse è ciò che protegge! Si deve tossire ed esser grati di ogni colpo di tosse in più. Si prega poi di mettere il fazzoletto nel sacchetto della spazzatura personale, chiudendola (nell’altro blog si trovano consigli d’igiene).

Se qualcun altro ha una buona idea, è invitato come sempre a contattarci. Ci auguriamo che questo blog venga condiviso al più presto e che venga anche riconosciuta l’importanza di un nostro scambio internazionale. In caso di dispnea (respirazione difficoltosa) contattare il servizio di pronto soccorso.

Übersetzung: Cristina Wiedebusch (M.A.)

Wiederholen wird gestohlen. Von einem Kredit, der nie zurückgezahlt wird und über den keiner redet. Helden, die sich selbst bezahlen.

Der Alb Bote verkündete im August die frohe Botschaft. Die Fachkliniken Herzogenaurach schlossen mit Verdi einen „überzeugenden und einvernehmlichen Tarifvertrag“ ab. Ein besonderer Fokus, so sagte Bernd Kümmerle als Mitglied der Konzerngeschäftsleitung, liege auf der Aufwertung der Pflegeberufe. So weit, so vollmundig. Um Wertschätzung sollte es gehen. Um Anerkennung. Und das im Sektor der Rehabilitation.

Doch von all dem ist nun gar nichts mehr übrig. Und das liegt nicht nur an Corona.

In die Krise sind die Einrichtungen des Gesundheitssystems bereits mit einer erheblichen Last gestartet. Eine Last, die sich im Gesundheitsreport der DAK zeigt. Pflegende sind am Limit. Sie leisten Überstunden in erheblicher Menge. Die Belastung ist so stark, dass die meisten Pflegenden nur noch Teilzeitarbeit schaffen. Zu hoch ist die Belastung, wenn man sich nicht durch Kürzung der Arbeitszeit ein paar freie Tage erkämpft. Dann lieber weniger Geld.

Doch so einfach ist das nicht, denn der stete Personalmangel führt allerorten dazu, dass Pflegende an ihren freien Tagen einspringen müssen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Ansonsten wäre die Versorgung der Bürger schlicht nicht gewährleistet.

Nun ist es so, dass Zeit nunmal Geld ist. Ein Arbeitgeber kauft bei seinem Arbeitnehmer eine bestimmte Summe Zeit zum Arbeiten. Dass diese Zeit auch Arbeitsverdichtung stark belastet ist, das stört bislang nur Pflegende.

Einspringen aber ist eine zusätzliche Arbeitszeit, die der Arbeitgeber in zwei Varianten abgelten kann. In Zeit oder Geld. Eigentlich handelt es sich dabei um einen Kredit in Zeit, den der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gibt. Denn zweifelsfrei müsste der Arbeitgeber diese Zeit bezahlen. Das mögen jedoch die meisten Arbeitgeber nicht. Schließlich, so das beliebte Argument, müsse man die armen Kranken versorgen.

Die Tage, die der Arbeitnehmer eingesprungen ist, die hat er voll gearbeitet. Es stünde den Pflegenden zu, ihren Zeitausgleich zu bekommen. Es stünde den Mitarbeitern zu, dafür Geld zu bekommen. Doch so einfach ist das nicht im systemrelevanten, schlecht bezahlten aber gut beklatschtem Heldentum. Denn dieser Kredit, den Bürger und Arbeitnehmer vom Helden da verlangen, der wird nicht gerne beglichen.

Eigentlich läuft es so. Aus purer Not geben die Armen den relativ reichen Konzernen also Geld (in Zeit), damit die Konzerne die Leute gemäß ihres Versorgungsauftrages versorgen können. Doch was genau kommt da zurück? Nichts.

Weniger Patienten? Nein, eigentlich nicht.

Angeblich gibt es nun weniger Patienten. Deshalb gäbe es weniger Geld für den Konzern und weniger Arbeit. Dem ist nicht ganz so. Eine Station hat akkurat EINEN Patienten weniger. Aber gut, es sind genügend Überstunden da, um endlich die Zeit zurückzugeben, die man sich vom Arbeitgeber zusammengeschnorrt hat. Und das wollte man. Man wollte diese Zeit bezahlen. Nun aber nicht. Die Verhandlungen sind verschoben.

Die, die den Kredit gegeben haben, die Pflegenden, dürfen nicht mitreden. Eine sehr merkwürdige Geschäftsauffassung zwischen Vertragspartnern. Sollten nicht die, die das Geld gegeben haben, da etwas mitzureden haben? Nicht in der Pflege. Doch so einfach ist das rechtlich nicht, denn die Pflegenden hätten das Recht auf Durchsetzung der tarifvertraglichen Vereinbarungen. Das sagt in dem Schreiben nur niemand.

Laut mündlicher Auskunft eines Pflegenden wurden nun die Zeiten, in denen die Schichten die Patienten übergeben, so verkürzt, dass jeder ein paar Minuten früher gehen kann. So werden dann die Stunden abgebaut.

Konkret heisst das, dass man volle Tage eingesprungen ist. Nun aber wird weitere Arbeitsverdichtung betrieben und der volle Tag in Minuten zurückgegeben.

Man wolle Arbeitsplätze erhalten. Das ist absurd in einer Zeit, wo jede Klinik händeringend Arbeitnehmer sucht, die Pflegefachkräfte sind. Und es ist keinesfalls zu rechtfertigen, die Arbeitszeitkonten nicht auszugleichen, wie besprochen. Wo ist sie nun, die Rückfinanzierung?

Es ist einfach unverschämt, sich beim unterlegenen Vertragspartner Geld zu borgen und es den Leuten nicht zurückzugeben. Die haben ein Recht auf volle Zeiten und Erholung. Wenn aber woher schon ein voller dienst gefahren werden musste, um ein paar Minuten Zeit „zurückzubekommen“, profitiert am ende wieder einmal nur Einer: die Klinik.
Der Arbeitnehmer bekommt seine Erholung nicht. Das Ende ist das Altbekannte: Burnout und weitere Fälle für den nächsten Gesundheitsreport der Krankenkasse.

Da hilft leider auch kein Klatschen mehr.

Die Sendung mit dem kleinen, sexistischen Mansplainer. Heute live aus dem Lukaskrankenhaus Neuss

Leider fällt die Sendung mit der Maus ab einem gewissen Alter flach. Die erklären da ja Dinge ganz, ganz einfach, damit es jeder versteht. Wer nun immer noch nicht versteht, was sexistische Kackscheisse, peinlich und Mansplaining ist, dem erklären wir es heute live aus Neuss.

*Sendung mit der Maus Stimme*

Guckt mal!

So sieht sexistische Kackscheisse aus

Sooooo! Das da ist der Nico, näh? Und der Nico, der ist Geschäftsführer im Lukaskrankenhaus Neuss.

Was macht son Geschäftsführer in einem Krankenhaus? Der kümmert sich um das Geschäft.

Pflege? Nee, da hat der Nico jetzt nicht so viel mit zu tun. Warum er dann redet? Weiß man nicht. Ist so üblich, daran, dass für Pflege lieber Pflege redet, da hat sich der Nico noch nicht dran gewöhnt.

Worüber reden die da?

Jaaaa, die reden da über das Problem, dass Pflege nicht viel verdient.

Aber Nico sagt, die verdienen gar nicht wenig.
Woher weiß das der Nico? Der Nico sagt, wenn man eine Station leitet, ist das gar nicht schlimm wenig.

Leiten denn alle eine Station? Neee, die haben da aber ganz viele Stellen frei von denen, die keine Station leiten. Also die, die nicht gut verdienen.

Aber der Nico sagt, wer Pflege lernt und studiert, der will gar kein Geld verdienen.

Die findet er auch nicht besonders schlau, die Leute. Weil, die hätten nur soziale Intelligenz. Deshalb machen die das. Nicht, weil sie 9 Jahre einen Beruf lernen, neee, die wollen einfach nur nette Mädchen sein.

Hat Nico damit gesagt, dass Pflege kein anspruchsvoller Beruf ist? Ja.

Hat der Nico außer seiner eigenen Meinung da ein Argument für? Nein.

Aber der Nico sagt , höhöhöhö, wer Geld will, der kann sich ja n Arzt angeln.

Denn der Nico weiß gar nicht, dass die Leute einen Beruf gelernt haben, mit dem sie Geld verdienen wollen UND sinnvoll arbeiten.

Warum sagt der Nico das dann, wenn er das gar nicht weiß? Weil der Nico als Mann die Welt des Frauenberufs erklärt. Das ist Mansplaining und sexistische Kackscheisse. Pflege muss heute keinen Arzt heiraten, um n Doktor zu haben. Die schreiben den heute selbst. Das sind Dr. rer. med. und cur.

Das weiß der kleine Mansplainer aber nicht.

Na aber warum sind dann da so viele Stellen frei?

Weil der Nico und sein Team nicht begreifen, dass sie Blödsinn erzählen.
Also, Leute. Wenn Ihr mal so richtig dummes Zeug hören wollt, dann guckt Euch das Video an.

Arbeiten? Würde ich da lieber nicht.

Ich hab ja n Beruf gelernt.

How to beweg in the Außenwelt – if you muss!!

Zehn Tage war ich jetzt im Hausarrest – äh Selbstdistanzierung – und heute war es leider soweit: Ich musste einkaufen gehen. Ich war ein bisschen sprachlos. Leute, was macht Ihr denn da?

Ich habe eine traurige Botschaft für Euch: sich nicht infizieren ist keine Frage der Handschuhmenge, sondern des richtigen Einsatzes. (Ich beispielsweise trage genau keinen).

Da rennen alle mit Handschuhen rum (Eignung völlig fraglich), fassen alles an, fassen sich dann ins Gesicht, fassen mit bloßen Händen dann die Bargeldloszahleneingabe an, fassen nach dem Husten die Einkaufswagen an und steigen mit Handschuhen ins Auto. Gleichzeitig herrscht eine unfassbar aufgeladene Stimmung, wenn jemand anscheinend zu nah kommt. Ihr Lieben, all das bringt nicht viel.

Also: how to beweg in the Außenwelt. If you muss!

Ich kann hier nur meinen persönlichen Plan dazu erklären, den ich von meiner Zeit im OP jetzt auf das Normalleben übertragen habe. Ob das wirkt, weiß ich wie immer erst sehr viel später, aber vielleicht ist mein Plan nicht uninteressant. Gehen wir die Sache einmal durch.

Dieser Umgang mit der Welt der ist natürlich abstrakt. Die Welt sieht aus wie immer. Man kann das Virus nicht sehen. Außer Herr Drosten natürlich im Labor. Um nun zu verstehen, was man kann und was man nicht kann, müssen wir auf ein uraltes Spiel aus Kindertagen zurückgreifen, das sicher alle kennen: Der Boden ist Lava.

Das kennen Sie noch, oder? Der Boden war unberührbar. Und man musste sich etwas einfallen lassen, wenn man nicht „verbrennen“ wollte. Das Spiel war so spannend, dass es echt im Bauch kribbelte, wenn man den Boden doch aus Versehen berührte. Es wäre cool, Sie kämen an dieses Gefühl wieder ran.

Alles, was ein anderer anfasst, oder angefasst haben könnte, ist Lava!

Nun interessiert uns der Boden nicht so sehr. Aber: alles, was irgendwer angefasst haben KÖNNTE (wer weiß, was der an der Hand hatte) ist Lava. Sie sehen schon, das ist quasi das XXL Spiel.

Wenn Sie Handschuhe tragen, dann können Sie anfassen. Doch hoppla. Das Sicherheitsgefühl geht schnell in die Hose. Denn Sie müssen den Sicherheitsbereich, der NICHT Lava ist, etwas weiter denken. Die Handschuhe dürfen dann mit nichts in Berührung kommen, was „sicher“ ist. Das müssen Sie selbst definieren. Es macht keinen Sinn, mit den Handschuhen Ihr Lenkrad anzufassen, nach dem Einkaufen. TRÖÖÖÖÖÖT! (Sicherheitston). Denn Sie werden das Lenkrad ja auch ohne Handschuhe anfassen. Beim nächsten Mal.

Also: einkaufen, alles zum Auto schleppen. Reinbringen. Handschuhe AUS! Nach Links ausziehen, wegwerfen.

Ausziehen von außen nach außen greifen

Mit der Hand ohne Handschuh nach innen greifen und auf links ausziehen

Mein Safeplace ist die Eingangstür. Dahinter, in meinem Lebensbereich, muss (so hab ich das definiert) alles „sauber“ sein. Das stellt mich beim Einkaufen vor ein Problem. Denn was bringt es, wenn ich alles, was ich jetzt mit Handschuhen eingekauft habe, jetzt einfach ins Haus schleppe? Genau nichts. Also habe ich eine Schleuse gebaut. Was in den Lebensbereich will, wird gewaschen. Plastik wird ausgepackt. Ich nehme dazu zwei Personen. Der, der draußen steht, ist „schmutzig“. Kommen wir also zu zweit nach Hause, geht einer vor, wäscht sich die Hände und kommt mit Eimer wieder zurück. Das sieht so aus.

Was draußen steht, ist Lava

Ich, draußen stehend, wasche also alles mit einem Haushaltsreiniger ab. Dann kommt es abgewischt in den Karton. Das darf jetzt drinnen von dem, der sich die Hände gewaschen hat, weggeräumt werden. Ich hingegen entsorge das Waschwasser, reinige den Eimer und die gelbe Kiste und wasche mir die Hände. Man kann vor dieser Aktion ein zweites Paar Handschuhe benutzen. Die dann bitte am Ende auf Links wegwerfen.
Uff.

Nicht vergessen, gleichzeitig die Türklinken abzuwischen. Und dann ist endlich willkommen daheim.

Ohne Handschuhe ist die Angelegenheit etwas einfacher, weil ich die abstrakte Barriere nicht mit denken muss.

Ja, so verfahre ich auch mit Brötchentüten (die hat ja wer angefasst) und mit Päckchen, die ins Haus kommen. Eigentlich mit Allem.

Ob man das muss? Weiß ich nicht. Aber wenn schon, denn schon.

Bleiben Sie gesund.

Mutter, äh, Schwester Teresa – ein Covidmärchen

Gestern veröffentlichte die „Brigitte“ einen Artikel von einer Krankenschwester. Nun, es gibt ja keine Krankenschwestern mehr, sie heißen Pflegefachfrauen. Aber das ist Teresa, die uns ihren Namen nicht nennt, wohl entgangen. Ja, die Teresa. Teresa ist bestürzt. Schockiert gar. Verzweifelt!

Nicht nur, dass sie jetzt durch Corona viel, viel mehr arbeiten muss, nein. Da wollen die auch noch eine LOHNERHÖHUNG für sie! Doch Teresa, deren Mutter offenbar Mutter Teresa war, ist damit nicht einverstanden. Theatralisch hängt sie über einem Geländer, legt das Gesicht in ihre Hände und stöhnt dem drohenden Lohn entgegen (hier ein Hauchen): „Lasst uns bitte erst nach der Krise um Gehalt kämpfen!“

Wir fühlen mit ihr. Es ist ein schweres, hartes Los, für Arbeit Geld zu bekommen. Zumal es ja keine richtige Schutzausrüstung gibt. Doch obwohl Teresa nicht mehr kann, ja, verzweifelt ob der Normallöhne ist, hat sie Zeit, die ganzen Beiträge in Facebook und die Petitionen zu lesen. „Wir brauchen unsere Energie jetzt woanders!“ Sie bittet „den Zeitpunkt der Kämpfe zu verschieben“.

5% ungefähr der Pflegenden sind organisiert. Wie Teresa da auf einen drohenden „Arbeitskampf“ kommt, bleibt völlig unklar. Vorher, ja VOR Corona habe sie auch mit der Presse geredet.

Ich persönlich habe gesucht und nichts gefunden von einer Teresa. Außer dem Artikel von Brigitte. Für den Teresa aber Zeit hatte?? Echt jetzt? Löllerchen

„Wir müssen uns in diesen Zeiten nicht brüsten, nichts fordern, nicht beschweren!“ sagt Teresa.

Leute, ich habe das schonmal genauso gelesen! Das war 1924! „Sie fragt nicht nach Lohn, nicht nach Danke, nicht nach dem 8 Stunden-Tag! Ihr Herz ist ihr Tarifvertrag gewesen, den sie getreu bis in den Tod gehalten hat!“ (Krankendienst! ich habe sogar einen. Historikartikel dazu verfasst!“ Und da wurde mir leicht übel. Übel, weil die Botschaft seit 100 Jahren unverändert „jetzt nicht! Es ist nicht die moralische Zeit dazu!“ lautet.

Leute, es ist klar, Teresa ist ein Fake. Ein Fake dieses Blattes! Das Zitat aus der Zeitschrift vor 100 Jahren aber ist echt.

Teresa ist das Märchen vom lieben Schwesternmädchen. Wir haben uns erlaubt, das Märchen weiterzuschreiten. Mit Alternativenden. Sie dürfen sich eins aussuchen.

„Teresa übernahm in der Krise am Stück 40 Doppeldienste! Je 16 Stunden hielt sie die Hände unzähliger Coronainfizierter, wischte und tupfte ihnen die Stirn und streichelte mit ihren kühlen Händen über die Wangen der fiebrigen Menschen. Tränen rannten ihr über die Wange, angesichts so unendlichen Leids. Wenn es doch bloß eine Schutzausrüstung gegeben hätte! Doch was zählte schon ihr eigenes Leben? Bis zum bittren Ende würde sie durchhalten! Das war sie diesen Menschen als treusorgende Seele doch schuldig!“

Variable Enden:

  • Die La Traviata Variante: alles Hoffen war vergeblich. Die Schutzausrüstung kam nicht. Und als auch die bayerischen Brötchen ausblieben, da wusste sie nicht ein noch aus. Eines Morgens bekam sie Kopfschmerzen. Und Husten. Für die weißen Lilien war Wochen später kein Geld vom Klinikverbund da. Doch ihr Name kam auf eine Liste auf dem städtischen Marktplatz. Leider fing ihr Nachname mit Z an. Und wurde nie gelesen.
  • Die Arztroman Variante: Doch da kam Doktor Stephan Frank um die Ecke! Sie sah ihm tief in die Augen. „Doktor, Doktor! Wir verlieren ihn!“ hörte sie sich noch rufen. Dann trug er sie auf seinen starken Armen aus dem Zimmer, ritt mit ihr auf seinem weißen Schimmel in sein Landhaus. Sie heirateten, bekamen vier Kinder. Er wurde Oberarzt und lernte letztlich eine Schwesternschülerin kennen. Teresa wurde geschieden und starb in Altersarmut. „Hätte ich doch damals nur für mehr Lohn gekämpft“ weinte sie, als sie ihren Rentenbescheid sah, von dem nach den Kindererziehungszeiten und Teilzeit nichts mehr übrig war.
  • Die Krasse-Feministin_Variante: Teresa riss sich zusammen und dachte: „Scheiss doch drauf! Ich habe jetzt besseres zu tun und während ich hier arbeite, können sich ja die, die darauf Bock haben, für mehr Gehalt einsetzen.“ Teresa bekam einen Crashkurs in Intensivpflege. Nach der Krise studierte sie A und I Pflege, machte einen Master und einen Doktor, wurde echt gut bezahlt, schrieb viele coole Bücher über Beatmungssituationen bei Pandemien. Ihre Rente war so üppig, dass sie am Ende ihres Lebens immer genug zu essen hatte. Und Pflege konnte sie sich auch leisten. Das war geil. Nur das Motorradfahren hat sie mit 80 Jahren aufgegeben.

Ich bin für C. Aber was weiß ich schon?

Desi, Fieber, Händewaschen. Jetzt leidet auch die Haut

Viele von Ihnen haben sich zu Beginn der Krise Desinfektionsmittel gekauft. Von Kollegen wissen wir, dass es Menschen gab, die Desinfektionsmittel für Geräte aus Kliniken sogar entwendet haben und sich nun das Zeug, das niemand anfassen soll, über die Hände kippen.

Aber auch das Händewaschen, das nun ganz, ganz häufig am Tag betrieben wird – und womöglich dann noch im Zusatz mit Desinfektionsmitteln – hinterlässt bei den Ersten Spuren auf der Haut. Doch ist das wirklich so? Oder steckt nicht vielleicht ein kleiner Kniff aus der Pflege mit dahinter, von dem Sie vielleicht nichts wissen?

Schauen wir mal:

Die Haut ist das größte Organ des Körpers. Sie ist verzeihlich, aber sehr empfindlich. Von Natur aus hat sie einen leicht sauren PH-Wert. Seife ist in der Lage, den Säureschutzmantel der Haut zu stören. Sie alle kennen das sicher aus der einschlägigen Werbung. Ph-Hautneutralität. Viele Seifen entfetten auch. Aber, machen wir uns nichts vor: beim Run auf die letzten Reserven vom Drogeriemarkt hat eigentlich niemand drauf geachtet. Nicht schlimm. Waschen ist superwichtig!

Das Problem ist, dass viele danach dieses unangenehm trockene Hautgefühl spüren. Und dann …. greift man schnell zur Cremetube. Da Sie nicht aufhören könne, sich die Hände zu waschen, wird es Zeit, sich einmal näher mit der Rückseite Ihrer Creme zu befassen. Denn ganz vielleicht steckt da das Problem.

Viele Cremes hinterlassen schon beim Eincremen dieses zartweiche Gefühl. Seien Sie skeptisch. Woher mag das kommen? Viele Cremes enthalten Paraffin. Ganz ganz grob gesagt, cremen Sie sich da die Hände mit Kerzenwachs ein. Diese Partikel schlüpfen in die kleinen Falten und Poren und zack, fühlt sich die Haut ganz toll an. Fataler Fehler. Auf Dauer nämlich pflegt das nicht, es trocknet die Haut sogar aus. Ein blöder Teufelskreis aus waschen müssen, eincremen, waschen, eincremen.. man möchte durchdrehen.

Auch Glycerin trocknet die Haut aus, wenn es zu lange angewandt wird. Es lohnt also gerade jetzt, die Tube umzudrehen und mal zu gucken.

Das Doofe ist, dass man natürlich gerne schnell cremen möchte und dann, ohne dass es schmiert, weiterarbeiten möchte. Das klebrige Ölgefühl mag keiner. Muss auch nicht.

Sie können die Feuchtigkeit ein bisschen in der Haut halten, wenn Sie einfach nach dem Händewaschen aufs Trocknen verzichten und 1 Tropfen Öl auf die Hand geben. Das kann, aber muss nicht, Olivenöl sein. Wenn dann natürlich ohne Kräuter und so. Es kann aber auch Ihr Lieblingskosmetiköl sein. Je natürlicher, desto besser. Keine reinen ätherischen Öle, das versteht sich bitte von selbst! die sind viel zu scharf! In der Apotheke macht man Ihnen auch gerne eine Lösung aus Nachtkerzenöl. Sie werden sehen, dass die Hände trotzdem relativ schnell trocknen und gar nicht so arg ölen.

IMMER VORAUSGESETZT, SIE SIND NICHT HAUTKRANK ODER ALLERGISCH

Wo wir schon dabei sind.

Fieber zu haben bewegt viele Menschen dazu, Ihre Liebsten einzucremen. Achten Sie einmal darauf, was Sie da an Lotion/Milch in der Hand haben. Es gibt grundsätzlich 2 Sorten.

ÖL in Wasser Emulsionen = die trocknen zwar die Haut aus, kühlen aber angenehm

Wasser in Öl = die fühlen sich dick und fett an. Sind sie auch. Bei Temperaturen lieber die Hände davon lassen. Die Haut kann bei Temperaturen dann nicht mehr so gut die Wärme ableiten. Der, dem schon jetzt warm ist, wird noch wärmer. Sie kennen das vielleicht sogar schon vom Eincremen am Strand. Kaum ist man fertig, ächz, möchte man lieber ins Wasser.

Und wenn Sie vielleicht zu den Leuten gehören, die das Zeug aus dem OP und aus den Stationen geklaut haben (man kann ja nie wissen): geben Sie es doch der Klinik lieber wieder. Es gehört wirklich auf Scheren und Metallgegenstände und nicht auf die Haut. Es wird dort dringend benötigt und dafür helfen die Ihnen auch bei Hautproblemen.

Bleiben Sie gesund und passen Sie auf sich auf.